Tätigkeitsbericht 2002

Erfreulich viele Mitglieder fanden sich am 13.01. zur Jahreshauptversammlung ein. Sie wohnten der Ehrung von 13 Mitgliedern für 25jährige Treue zum Heimatverein bei.

An der Kreisentscheidung zum 12. Plattdeutschen Lesewettbewerb 2001 / 2002 in Schöppingen am 31.01. nahmen für den Heimatverein Nienborg Änne Terwolbeck und Elisabeth Benkhoff teil. Leider wird dieser Wettbewerb, zu dem der Heimatverein Nienborg stets Jurymitglieder entsandt hat, nicht mehr in dieser Form fortgesetzt, da sich die Kreissparkasse Borken als Sponsor aus der Finanzierung zurückgezogen hat. Wir werden uns bemühen, die entstandene Lücke in der Pflege der plattdeutschen Sprache z.B. durch den Besuch plattdeutsche Theaterstücke zu schließen.

Der diesjährige Programmreigen des Heimatvereins wurde bereits am 03.02. durch einen Wintergang fortgesetzt. Von einem Wintergang konnte eigentlich bei sehr milden, frühlingshaften Temperaturen nicht gesprochen werden, als sich fast 50 Mitglieder zu Fuß auf dem Weg nach Epe machten, um die neuen Räume des befreundeten Heimatvereins Epe zu besichtigen und bei Kaffee und Kuchen die zwischen beiden Vereinen bestehenden Kontakte zu vertiefen.

Sprichwörtlich karnevalistisch verlief das erste Treffen in der Heimatstube am 11.02., Rosenmontag. Felix Woltering und Hermann Wissing verstanden es ausgezeichnet, alle Teilnehmer durch Witze und Anekdoten zum Lachen zu bringen. Daran könnt ihr erkennen, dass unsere Treffen am jeweils 2. Montag in der Mühle keineswegs nur trocken sind; es wird immer auch gelacht.

Während des Kuerabends am 11.03. berichtete unser Ehrenvorsitzender Franz Nacke von der Burgmannsfamilie von Billerbeck auf Haus Oer in Legden und deren Verbindung zu Nienborg. Allein zu diesem Thema hat Franz Nacke auf vielen Seiten Papier enggeschrieben Informationen zusammengefasst. Eine solche Leistung, wie sie Franz Nacke in den zurückliegenden Jahren für die Familienforschung und für die Heimatpflege erbracht hat, verdient auch heute noch hohe Anerkennung. Ich habe mich gefragt, woher er die Zeit genommen hat, diese Informationen zusammenzutragen. Es gibt, glaube ich, nur eine Antwort: Grenzelose Liebe zur Heimat und ihrer Geschichte. Danken wir auch heute noch unserem Franz mit einem kräftigen Applaus für seine Arbeit für den Heimatverein.

2 Humorvolle Stunden durften 70 Bürgerinnen und Bürger beider Ortsteile bei der Aufführung der Komödie „Dat Spöökhus“ im Kleinen Haus der städtischen Bühnen verbringen. Besonders die Teilnehmer aus Heek zeigten sich sehr erfreut über dieses gemeinsam von der Gemeinde und dem Heimatverein unterbreitete Angebot. Eine solche Theaterfahrt wird auch in diesem Jahr für alle Bürgerinnen u. Bürger angeboten.

An der Tagung der Heimatvereine des Altkreises Ahaus in Epe am 25. März nahmen Änne Terwolbeck, Elisbeth Benkhoff, Hermann Wissing und ich teil. Nach einer Besichtigung des Amtshauses und des Heimathauses haben wir den Weg der Dinkel von der Quelle bis zur Mündung bei einem wirklich interessanten und informativen Diavortrag verfolgen können. Die Präsentation war so eindrucksvoll, dass wir zu einen entsprechenden Diavortrag im Rahmen eines Kürabends einladen werden.

In der Woche nach Ostern erhielt der Kirchenvorstand einen Brief aus Köln, in dem der Absender, Herr Enden, ausführte, im Besitz der 1. Nachkriegsglocke aus dem Jahre 1946 zu sein. Die Glocke enthielt im unteren Rand die Inschrift Ernst Hüttermann – 1946 – Nienborg. Ratlos wandte sich der Kirchenvorstand an uns, um zu erfragen, ob man mit den Angaben etwas anzufangen wisse. Nach kurzer Zeit stellte sich heraus, dass vielen Vereinsmitgliedern der Name Ernst Hüttermann durchaus bekannt ist. Er war von 1946 – 1948 Vikar in Nienborg und hatte das „Gänseköpfen“ als Ersatz für das Schützenfest eingeführt. Inzwischen steht fest, dass die erwähnte Glocke nicht als Kirchenglocke gedient hat, sondern sich stets im Privatbesitz von Herrn Hüttermann befunden hat. Deshalb wurde sie auch an die Schwester seiner Haushälterin, Frau Susanne Gabrecht vererbt, wodurch sie in den Besitz der Familie Enden kam. Da die Glocke insofern keine Bedeutung für die Nienborger Kirchengeschichte hat, haben wir das Angebot zum käuflichen Erwerb dieser Glocke abgelehnt.

Über Ernst Hüttermann, die Zeit nach dem 2 Weltkrieg und über das zuvor erwähnte Schreiben wurde bei dem Treffen der Arbeitsgruppe „Pflegedienst“ am 05. April in unserer Heimatstube lebhaft diskutiert. Es ist schön zu wissen, dass man sich auf inzwischen 30 tatkräftige Helfer aus dieser Arbeitsgruppe verlassen kann. Deshalb bin ich sicher, dass wir bei der Herrichtung des Hauses Hugenroth auch Eigenleistungen erbringen können. Trotzdem sind wir froh, wenn weitere Frauen und Männer sich dieser Arbeitsgruppe anschließen oder ihre Bereitschaft zur aktiven Mitarbeit bei den Veranstaltungen des Heimatvereins bekunden würden. Langeweile brauchten z.B. die „jungen Rentner“ nicht zu haben; es macht Spaß, im Heimatverein mitzuarbeiten und an dessen Veranstaltungen teilzunehmen.

Es waren auch Mitglieder dieser Arbeitsgruppe, Karl Vinkelau, Heinz Overkamp, Herbert Pieper, Josef Lammers und Bernfried Berteling, die dem Maibaum einen neuen Anstrich gaben und am 13. April ein tragfähiges Fundament für den Maibaum in der Niestadt erstellten. Zuvor hatte Markus Stöcker-Herbers für den Heimatverein kostenlos die von der Bauverwaltung geforderte Statik für den Maibaum errechnet. Die Firma May-Lachnit hatte ebenfalls kostenlos die massive Halterung für den Maibaum erstellt. Allen nochmals herzlichen Dank.

Während noch am Morgen ein recht böiger Wind das Aufstellen der Zelte erschwerte, legte sich –wie könnte es in Nienborg anders sein- am Abend der Wind und die Sonne trat hervor. Auch dadurch angelockt kamen wirklich viele Besucher in die Niestadt, um dem geselligen Treiben am Maibaum beizuwohnen. Dabei sorgten Mitglieder des Vorstandes für das leibliche Wohl der Besucher. Der Erlös der Veranstaltung soll dem späteren Umbau des Hauses Hugenroth zum Heimathaus dienen.

Aus einem eher selten gewordenen Anlass trafen sich die Vorstandsmitglieder am 10.05. Albert und Sandra Bömer hatten zur Feier ihrer kirchlichen Trauung eingeladen. Bis in die frühen Morgenstunden haben wir gerne “ihr Glück“ mit ihnen geteilt.

Mit der ersten Fahrradtour am 11.05. eröffneten Josef Borgers und Franz-Josef Mensing die diesjährige Pättkestourensaison des Heimatvereins. Diese Veranstaltung war dem Lokalsender Westmünsterlandwelle WMW sogar eine entsprechende Nachricht wert.

Am 13.05. trafen wir uns zu einer Vorstandsversammlung in der Mühle. Erste Überlegungen zur weiteren Ausgestaltung unseres Programms wurden besprochen.

51 wohlgelaunte Mitglieder des Heimatvereins begaben sich am Morgen des 17.05. auf eine Reise zum Bodensee. Schon auf der Hinfahrt wurde bei einem Zwischenstopp das Ulmer Münster besichtigt. Am darauf folgenden Samstag befuhren wir die Schweizer Seite des Bodensees und kamen anschließend von Romanshorn aus mit der Fähre nach Friedrichshafen. Nach der dortigen Besichtigung des Zeppelinmuseums gelangten wir abermals mit der Fähre und dem Bus nach Schaffhausen. Nach Besichtigung der Altstadt Schaffhausens; eine der besterhaltenen der Schweiz und der Stadtfestung „Munot“ sowie dem Kreuzgang von Allerheiligen mit der berühmten Schillerglocke, haben wir den imposanten „Rheinfall von Schaffhausen“ aufgesucht. Dieser Tag und auch die folgenden Tage waren aber auch wegen der angenehmen und gastfreundlichen Atmosphäre unseres Hotels auf der Halbinsel Höri wahrlich kein „Reinfall“. Vielmehr haben wir am Pfingstsonntag wunderschöne Eindrücke auf der Insel Mainau, in Meersburg, an den Pfahlbauten in Unteruhldingen und im Kloster bzw. Schloss Salem erhalten. Viel zu schnell waren diese Tage verflogen, als wir uns bei strahlendem Sonnenschein und aufgeräumter Stimmung (es wurden Witze über Witze erzählt) am Pfingstmontag nicht ohne „die auf dem Weg liegende“ schöne Stadt Mainz mit ihrem romanischen Dom zu besichtigten auf die Heimreise begaben.

Leider kollidiert der Termin unserer traditionellen Pfingstreise mit dem jährlich stattfindenden Mühlentag. Hermann Wissing hat aber in bewährter Manier die Stellung gehalten und die Mühle für interessierte Besucher geöffnet.

Am 08. Juni fand die nächste Pättkestour statt. Am 10. Juni trafen sich vorwiegend die Vorstandsmitglieder zu einer Versammlung in der Mühle. Unter anderem wurde auch über eine mögliche Beteiligung des Heimatvereins an der LAGA in Gronau gesprochen.

Am grenzüberschreitenden Heimattag am 06. Juli in Vreden nahm als Vertreter unseres Vereins Franz Nacke teil. Thema dieser Tagung war die Napolonische Zeit um 1803.

Die nächste Pättkestour führte am 13. Juli nach Gronau zum Drilandsee .

Mit dem neuen Medium Internet machten sich beim Küerabend am 15. Juli ca. 20 Mitglieder des Heimatvereins im Computerraum der Hauptschule vertraut. Unser Mitglied Jürgen Lammers hatte in den Monaten zuvor ansprechende Internetseiten für den Heimatverein erstellt. Auf diesen Seiten stellt der Heimatverein weltweit die Sehenswürdigkeiten Nienborgs und sich selbst vor, er informiert über JAHRESPROGRAMM und über die Termine des Heimatvereins. Nach nur kurzer Einführung durch Jürgen Lammers und dem Gastgeber, Johannes Buss, befanden sich die Mitglieder des Heimatvereins nach Eingabe unserer Internetadresse. www.heimatverein-nienborg.de im Internet.

Zum dritten Mal lud der Kreisheimatpfleger für den Altkreis Ahaus, Manfred Uhling aus Wessum, auch in diesem Jahr Mitglieder der Heimatvereine zu einer Busexkursion ein. Am 20. Juli führte die Reise nach Horstmar. Dort hatten Hermann und Klärchen Wissing, Änne Terwolbeck, Elisabeth Benkhoff und Mechtild Wiemers Gelegenheit, unter sachkundiger Führung die historischen Gebäude Horstmars zu besichtigen und freundschaftlichen Kontakt mit Mitgliedern anderer Heimatvereine zu schließen.

Eine etwas längere Fahrradtour führte am 10. August 30 Radfahrer- und fahrerinnen durch das Amtsvenn zum Grenzübergang Altstätte – Gronau.

Sehr große Resonanz fand unser Angebot, die Firma Tobit in Ahaus und das von ihr mit 12 Schülern des Alexander-Hegius-Gymnasiums konzipierte intelligente Haus zu besichtigen. Nach einem sachkundigen Vortrag im firmeneigenen Kino der Firma Tobit konnten 80 Teilnehmer in 3 Gruppen die haustechnischen Möglichkeiten der Zukunft im intelligenten Haus kennen lernen. Während des anschließenden Umtrunks habe ich die Gelegenheit genutzt und angesichts der Aktualität der Ereignisse für die Flutopferhilfe Uldendorf gesammelt. Die gut gelaunten, spendierfreudigen Nienborger waren nicht kleinlich und zeigten mit einer Spende von 340 Euro ihre Solidarität mit den von der Katastrophe heimgesuchten Menschen.

Eine ganztägige, ca. 75 km lange Fahrradtour führte am 07. September über das Quellgebiet der Dinkel in Holtwick nach Billerbeck und von dort zurück über Eggerode nach Nienborg.

Am Europäischen Denkmaltag am 08. September öffneten Hermann Wissing und Albert Bömer für interessierte Besucher unsere Wassermühle.

Nach Wertung der zuvor für die Tagesfahrt am 15.09. eingeholten Angebote, habe ich mich angesichts der hohen Kosten einer solchen Tagesfahrt und einer ohnehin großen Terminfülle im September entschlossen, die Tagesfahrt 2002 ausfallen zu lassen. Ich bitte hierfür um Verständnis. Inzwischen wird daran gearbeitet, in diesem Jahr eine Tagesfahrt zu annehmbaren Preisen anzubieten. Wenn möglichst viele Mitglieder an einer solchen Tagesfahrt teilnehmen, können die Kosten sicherlich begrenzt werden.

Eine Delegation von 10 Vorstandsmitgliedern nahm am 21. September an der Mitgliederversammlung des Westfälischen Heimatbundes teil. Der Heimatverein Ahaus fungierte dabei als Gastgeber. In den einzelnen Redebeiträgen wurde immer wieder die Bedeutung der Heimatvereine für die Bewahrung der örtlichen Identität, für die Entwicklung des Ortsbildes und für die Bewahrung von Brauchtum und Traditionspflege betont und das Engagement der Heimatvereine gelobt. Nach dem offiziellen Teil stellten Franz Nacke, Hermann Wissing und ich einer 20 köpfigen Gruppe, die vom ehemaligen Stadtdirektor der Stadt Ahaus, Dr. Jünemann, angeführt wurde, die Sehenswürdigkeiten unseres Ortes vor. Dieser Gruppe gehörte auch der Sohn des letzten Amtmanns Krabbe, der 30 Jahre im Langen Haus gewohnt hatte, an. In Anschluss an diese Führung nahmen unsere Gäste an einem von Elisabeth Benkhoff, Ulla Vinkelau und Mechtild Wiemers liebevoll vorbereiteten Kaffeetrinken in der Mühle teil.

Am 28. September weilte eine über 40 Personen starke Gruppe des Heimatvereins Gronau bei uns zu Besuch. Unter sachkundiger Führung von Hermann Wissing wurde ihnen die Mühle und der Burgbereich vorgestellt.

Trotz recht kalter Witterung nahmen noch 12 Personen am der Saisonabschlussfahrt am 12. Oktober teil. Nach einer Rundfahrt von ca. 25 Kilometern wurde die Fahrradsaison in der Mühle bei einem gemütlichem Umtrunk abgeschlossen.

Änne Terwolbeck und Franz Nacke nahmen am 09. November an einer Sitzung der Arbeitsgruppe Genealogie in Eggerode teil. Am darauffolgenden Sonntag wurde in Graes nach einem feierlichen Gottesdienst das neue Heimathaus vorgestellt. Maria und Leo Wigger, Änne Terwolbeck, Mechtild Wiemers und Elisabeth Benkhoff überbrachten dem Heimatverein Graes, mit dem wir seit der 800 – Jahr – Feier freundschaftlich verbunden sind, unsere Glückwünsche. Am nächsten Tag wurde in einer gut besuchten Monatsversammlung über die Anschaffung neuer Ortseingangstafeln diskutiert.

Das Interesse am Clemensmarkt am 18. November war bei gutem Wetter größer als je zuvor. Leider ist zu bedauern, dass diejenigen Gruppierungen, die diese Veranstaltung nutzen, um ihre Vereinskasse zu füllen, den Platz ungefegt und unaufgeräumt verlassen haben. Hermann Wissing hat sich später bereitgefunden, den Platz zu fegen. Meines Erachtens muss hier eine andere Lösung gefunden werden, die allen Interessen gerecht wird.

Auch auf der letzten Vorstandsversammlung am 09. Dezember wurden noch mehrere Sachthemen beraten. Dabei herrschte aber bereits von Beginn an bei selbstgewürztem Glühwein und Gebäck eine aufgeräumte, vorweihnachtliche Stimmung und Heiterkeit. So haben wir ein arbeitsreiches Jahr in gemütlicher Runde beschlossen. Über eine Eintrittskarte zum Besuch des plattdeutschen Kuerkonzertes auf dem Hof Brefeld als Geschenk für ihr Engagement haben sich die Vorstandsmitglieder sehr gefreut.

Die Bedeutung von Heimat, von Gemeinschaft in der Region nimmt zu. Nicht im Sinne alter Heimatromantik, aber als Halt und Verwurzelung in einer schnelllebigen Zeit. „die Liebe zu dem Fleck, der uns geboren, schließt hundert Kräfte ein, schreibt Theodor Fontane. Wir können in der Offenheit unserer Welt nur leben und bestehen, wenn wir unsere Kraft aus unseren Wurzeln ziehen. Der Heimatverein Nienborg hat sich im letzten Jahr intensiv bemüht, diesem Bedürfnis Rechnung zu tragen. Ich danke allen Vorstandsmitgliedern und allen, die uns dabei geholfen haben, von ganzem Herzen.

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