Tätigkeitsbericht 2003

Der diesjährige Tätigkeitsbericht 2003 verdeutlicht, dass der Heimatverein Nienborg nicht Geschichts- und Heimattümelei betreibt, sondern die Belange unseres Ortes und unserer Dorfgemeinschaft im Mittelpunkt seiner Arbeit stehen. Ich bin sicher, dass nicht zuletzt deshalb seit Jahren stets viele Mitglieder zur Jahreshauptversammlung kommen. Auch 2003 informierten sich ca. 80 Mitglieder und damit fast ein Viertel aller Mitglieder über die Arbeit des Heimatvereins am 12. Januar auf der Jahreshauptversammlung.

Eine Vorbesprechung zu einem für den 22. Juni unter dem Motto „So klingt das Münsterland“ geplanten Festtag der LMA auf der Burg fand am 29.01. im Musikzentrum statt. Schon damals habe ich darauf hingewiesen, dass wir uns an den Aktivitäten wohl kaum beteiligen könnten, da gleichzeitig unsere Mehrtagesreise nach Thüringen stattfände. Leider kam es trotz der entsprechenden Bitte auch anderer Vereine aus Heek u. Nienborg zu keiner Terminverlegung.

Über die Entwicklung zur Moderne, über die einsetzende Industrialisierung bis hin zur Veränderung der vormals stark kirchlich geprägten Gesellschaftsstruktur zu einer öffentlichen und von einer souveränen Verwaltung regierten Gesellschaft zu Beginn des 19. Jahrhunderts, kurz auch mit Säkularisation bezeichnet, informierten sich 23 interessierte Mitglieder am 02. Februar beim Besuch der Ausstellung „Zerbrochen sind die Fesseln des Schlendrians“ im Westfälischen Museum der Kunst u. Kulturgeschichte in Münster.

Zu unserer ersten Monatsversammlung im neuen Jahr konnten wir mehrere Vertreter des Sportvereins Rot-Weiß Nienborg begrüßen. Seit nunmehr sieben Jahren wird zunächst vom Fahnenclub und seit 2002 vom Heimatverein alljährlich am Vorabend des 1. Mai unser Maibaum, den wir wegen der Motive seiner Tafeln auch Geschichtsbaum nennen, aufgestellt. Dieses für alle Bürgerinnen und Bürger Nienborgs offenstehende Angebot hat immer mehr Zuspruch gefunden. Unter erheblichen Kostenanstrengungen, allein die Anschaffung neuer Tafeln im letzten Jahr hat annähernd 3.000 Euro gekostet, haben wir in der Niestadt einen schönen Platz gefunden, um an diesem aufwendig geschmückten Baum einige gemütliche Stunden zu verbringen.

Seit Jahren lädt Sportverein zu einem „Gang in den Mai“. Um eine Interessenkollision zu vermeiden und keine Spannungen zum Sportverein aufkommen zu lassen, haben wir ihm eine Beteiligung am Aufstellen des Mai- bzw. Geschichtsbaumes angeboten. Am 29. Oktober trafen sich Hermann Wissing, Josef Borgers und ich mit Vertretern des Sportvereins um über die zukünftige Gestaltung der Feier unter dem Maibaum zu sprechen. Sehr zügig haben wir uns einvernehmlich darauf geeinigt, diese Veranstaltung auszuweiten und gemeinsam weiterhin am Vorabend des 1. Mai durchzuführen. Dabei wird der Heimatverein die Hauptverantwortung für das Schmücken und die Sicherheit des Maibaumes haben. Dieses für alle Beteiligten positive Ergebnis konnte erreicht werden, weil wir aufeinander zugegangen sind und miteinander gesprochen haben. Im Interesse der Mitglieder beider Vereine haben und werden wir nicht gegeneinander, sondern miteinander arbeiten. Danken möchte ich allen Beteiligten, die dazu beigetragen haben, dass dieses gute Ergebnis erreicht werden konnte.

Der Neujahrsempfang der CDU am 09. Februar stand ganz im Zeichen des Berichtes unseres Bundestagsabgeordneten Jens Spahn über seine ersten 100 Tage als Vertreter unserer Region in der Bundeshauptstadt Berlin.

Unter der Leitung von Änne Terwolbeck und Elisabeth Benkhoff besuchten über 20 Mitglieder am 20. Februar die Ausstellung von internationalen Trachtenpuppen im Heimathaus Wessum. Damit hat der Heimatverein dem Wunsch mehrerer –vorwiegend älterer Mitglieder- nach einem Angebot für einen halbtägigen Ausflug Rechnung getragen.

An der von der Gemeinde mitfinanzierten Theaterfahrt zur Aufführung der Komödie „Sein oder Nichtsein“ im Großen Haus der städtischen Bühne Münster nahmen am 16.März 23 Bürgerinnen u. Bürger aus Heek und Nienborg teil. Schade, dass dieses Angebot nicht so eine große Resonanz wie in den letzten Jahren auslöste.

Am 28.03. nahm ich an einer weiteren Versammlung des Angelvereins teil. Vorgestellt wurden Entwürfe für das neue Anglerheim in der Niestadt. Im Hinblick auf unser Vorhaben, das Haus Hugenroth zu einem Heimathaus umzubauen, konnte wir uns –wie ursprünglich angedacht- nicht mit einem größeren Betrag an den Baukosten beteiligen. Sicherlich werden wir uns aber bei der Einweihung des Anglerheimes nicht kleinlich zeigen, zumal wir seit Jahren einen guten Kontakt zu den Mitgliedern des Vereins pflegen und die Jugendabteilung sehr häufig kostenlos unsere Räumlichkeiten in der Mühle nutzen konnte.

Leider nahmen an dem auf den 04. April festgesetzten Termin für ein gemütliches Beisammensein nur 10 Mitglieder der 27köpfigen Arbeitsgruppe „Pflegedienst“ teil. Alle die nicht dabei haben, haben mehrere unterhaltsame und informative Stunden in unserer Heimatstube verpasst.

Weitaus mehr Zuhörer und Zuschauer hätte auch der Kuerabend am 11. April verdient gehabt. Peter Benger, der Leiter der Euregio-Volkshochschule Gronau, verstand es ausgezeichnet mit wunderschönen Diaaufnahmen und netten Erläuterungen zum Thema „Unsere Dinkel – ein Fluss verbindet Menschen und Landschaft“ vorzutragen. Sein spontan unterbreitetes Angebot, eine ganztägige Radtour der Mitglieder des Heimatvereins am 06. September zur Dinkelmündung anzuführen, wurde begeistert angenommen. Zudem nahmen mehrere Vereinsmitglieder an einer von Herrn Benger geleiteten Radtour zur Dinkelquelle teil. Zuvor wurden die Teilnehmer aus Gronau und Epe mit einer flüssigen Stärkung an unserer Mühle von Hermann Wissing und mir begrüßt.

Auf der Monatsversammlung am 14. April wurden im wesentlichen Fragen der Organisation des Schmückens des Nienborger Mai- u. Geschichtsbaumes besprochen. Breiten Raum nahm aber auch die Diskussion über die Sauberkeit unseres Ortes und im speziellen des Burgbereiches ein. Anfang des Jahres hatte der Heimatverein Herrn Bürgermeister Dr. Zwicker schriftlich auf entsprechende Missstände hingewiesen und gebeten, die eigenen Reinigungsleistungen zu intensivieren und öfter den Kehrwagen einzusetzen. Daraufhin nahm Dr. Zwicker mit mir Kontakt auf, um eine Lösung für die Pflege des Burgbereiches zu finden. Wir sind der Auffassung, dass wir mit unserer Kritik an der Sauberkeit und dem Außenimage unseres Ortes ein Anliegen angesprochen haben, dass viele Nienborger bewegt und im Ortsteil Heek sicherlich auch von Bedeutung ist. Aber nicht nur die Gemeindeverwaltung, sondern wir alle sind aufgerufen, zur Sauberkeit und zum positiven Aussehen unseres Ortes durch die Pflege unserer Anlagen und Grundstücke beizutragen. Gerade auch die nicht zu Wohnzwecken genutzten innerörtlich gelegenen Grundstücke und die vor ihnen liegenden Bürgersteige und Straßen machen häufig einen ungepflegten Eindruck. Wir würden es begrüßen, wenn die Gemeinde Einwohner entsprechender Grundstücke ordnungsrechtlich verstärkt zur Reinhaltung ihrer Grundstücke auffordern würde. Das angesprochene Schreiben des Heimatvereins an Dr. Zwicker sollte auch dazu dienen, einen entsprechenden Anstoß zu geben.

Inzwischen trägt der Heimatverein die Verantwortung für die Sauberkeit entlang der Burgmauer im Bereich des Hohen Hauses und an der Hauptstraße. Aufmerksame Beobachter dürften bemerkt haben, dass Hermann Wissing dort oft mit dem Kehrbesen anzutreffen ist.

Trotz sehr schlechter Witterung kamen recht viele Nienborger am Vorabend des 1. Mai zum Maibaum, um sich bei einem gemütlichen Beisammensein die daran angebrachten neuen Motivtafeln anzusehen. Kunsterzieher Dräger, Mitglied unseres Vereins, hat in mühlevoller Arbeit seine vormals für den Fahnenclub erstellten Entwürfe so überarbeitet und neu coloriert, dass die Firma Weilinghoff aufgrund der Vorlagen computergeschützt die neuen, wetterfesten Tafeln fertigen konnte. Bereits an dieser Stelle möchte ich mich herzlichst bei Herrn Dräger für seine Unterstützung bedanken.

Mechtild Wiemers, Änne Terwolbeck, Hermann Wissing und ich nahmen im neuen Heimathaus, Hefflers Kotten, in Graes am 12. Mai an der diesjährigen Frühjahrstagung teil. In einigen Beiträgen wurde die Leistung des verstorbenen stellvertretenen Kreisheimatpflegers, Manfred Uhling, gewürdigt. Nach einer Besichtigung des Hauses nahm die Diskussion über die Nachfolge von Herrn Uhling breiten Raum ein. Die Tagungsteilnehmer einigten sich darauf, endgültig erst nach Ablauf der normalen Wahlzeit in diesem Jahr eine Neuwahl vorzunehmen. Bis dahin sollen die Heimatvereine des Altkreises Ahaus einen Personalvorschlag erarbeiten. Dazu sind die Vorsitzenden der Heimatvereine Gronau, Epe, Heek, Schöppingen, Legden, Asbeck, und Eggerode am 10. September in unsere Heimatstube zusammengekommen. Einvernehmlich wurde entschieden, den 1. Vorsitzenden des Heimatvereins Legden, Herrn Alfred Janning, den Vertretern aller Heimatvereine des Altkreises Ahaus als Nachfolger von Herrn Uhling vorzuschlagen.

Zum Saisonauftakt führte die erste Pättkesfahrt nach Ahaus. Nach der Begrüßung des 1. Vorsitzenden, Bernhard Heying, im Ahauser Schloss und einer unterhaltsamen Schulstunde im Schulmuseum konnten wir uns für die Rückfahrt im Krefters Spieker auf Einladung der Ahauser Heimatfreunde bei Kaffee und Weggen stärken.

Eine relativ kurze Fahrradtour „rund um Heek und Ahle“ endete am 14. Juni mit einer Besichtigung der Horstmann Maschinenbau GmbH in Heek. Beim anschließenden Kaffeetrinken und Umtrunk in den dortigen Gartenanlagen verging die Zeit sehr schnell. Erst am frühen Abend kehrten wir gut gelaunt nach Nienborg zurück.

Vom 19. Juni bis zum 22. Juni besuchten wir Thüringen. Bei herrlichem Wetter wurden die Reiseteilnehmer über Fronleichnam von erfahrenen Stadt- und Reiseführern mit mancher Anekdote über die Sehenswürdigkeiten der Städte Eisenach, Erfurt und Weimar informiert. Bevor man sich am Anreisetag die Stadt Eisenach näher ansah, stand ein Besuch der bereits im Jahre 1067 gegründeten Wartburg auf dem Programm. Mit ihrem historischen Rittersaal, der Elisabeth-Kemenate und dem Schreibzimmer Luthers, der dort einige Monate unter dem Namen Junker Jörg weilte, wurde die Wartburg 1999 als erste Burganlage Deutschlands von der UNESCO in die Liste des Weltnatur- und kulturerbes aufgenommen.

Am nächsten Tag wurden nach einer umfangreichen Stadtführung durch die nach der Wende liebevoll restaurierte historische Altstadt Erfurts mit dem Rathaus am Fischmarkt, zahlreichen Fachwerkhäusern und Häusern mit Jugendstilelementen und der berühmten Krämerbrücke, der Mariendom und die Severi-Kirche besichtigt. Anschließend gewährte das im Stadtzentrum gelegene Augustinerkloster herzliche Gastfreundschaft. Besondere Bedeutung bekam das Augustinerkloster durch Martin Luther, der hier von 1505 bis 1511 als Mönch lebte. Das Kloster wurde nach starker Zerstörung im 2. Weltkrieg restauriert und wiederaufgebaut. Seit 1988 ist es eine Begegnungsstätte der Evangelischen Kirche der Kirchenprovinz Sachsen. Bevor man am Abend das vielfältige gastronomische Angebot Erfurts nutzen konnte, erreichte man über die zum frühzeitigen Entdecken von Feinden angelegten unterirdischen Gänge die Zitadelle Petersberg. Von dort genossen die Heimatfreunde einen traumhaften Ausblick auf den Thüringer Wald bis nach Weimar. Dorthin reiste man am nächsten Tag. Vor der eigentlichen Führung durch die 1999 mit dem Titel Kulturhauptstadt Europas geehrte Stadt besuchte man die Gedenkstätte KZ Buchenwald. Dort waren im 2. Weltkrieg über 57.000 Menschen aus vielen Nationen umgebracht worden oder den erlittenen Entbehrungen und unmenschlichen Behandlungen zum Opfer gefallen. Die Rückfahrt am 22. Juni wurde bei Kassel zu einem Besuch eines der schönsten und größten Bergparks Europas, dem Bergpark Wilhelmshöhe, unterbrochen. Dabei durften die Heimatfreunde aus Nienborg erleben, wie die dort angelegten Wasserkünste geflutet wurden und sich das Wasser über die Kaskaden von der Pyramide des Herkules bis hinunter zum Schloss in mehr als einer Stunde bewegte und dort eine riesige Wasserfontäne speiste.

Die Renovierung des Dormitoriums, des ehemaligen Schlafsaals der Stiftsdamen in Asbeck, stand im Zentrum des diesjährigen Kreisheimattages am 05. Juli. Hier wurde deutlich, welch großer Einsatz, welch große Hilfsbereitschaft und welch ein Ideenreichtum der Heimatvereinsmitglieder, der Bürger und der offiziellen Stellen notwendig ist, um ein solches Denkmal vor dem Verfall zu retten. Ich hoffe, dass die Mitglieder des Nienborger Heimatvereins auch diese Kraft aufbringen, um mit dem Heimathaus Hugenroth ein weiteres Kleinod auf dem Burgbereich zu schaffen.

Weitere Pättkesfahrten wurden am 12. Juli und am 09. August angeboten.

Der Kuerabend am 14. Juli fand angesichts des schönen Sommerwetters in unserem Garten statt. Dabei wurden die letzten Vorbereitungen für unsere Präsentation auf der LAGA getroffen. Die von Hermann Wissing liebevoll vorbereitete Ausstellung mit alten Werkzeugen entwickelte sich in der Zeit vom 25. bis zum 27. Juli zu einem wahren Publikumsmagneten. Alt und Jung waren von den Werkzeugen begeistert und ließen sich nicht lange bitten, „selbst einmal „Hand an zu legen“. Manch ein Vater hat dabei seinem Sprössling in die fachmännische Art des „Hobelns“ eingeführt oder ihm gezeigt, mit welch einfachen Mitteln man auch früher ohne elektrischen Antrieb hobeln oder schrauben konnte. Besonders möchte ich mich an dieser Stelle bei Hermann Wissing, Alfons und Aloys Holtkamp, Josef Borgers, Maria und Leo Wigger und bei Elisabeth Depenbrock, die sich am Aufbau beteiligt und die Aufsicht während dieser Tage wahrgenommen haben, bedanken.

Am 07. September führte uns die diesjährige Tagesfahrt nach Lippstadt und Ostwestfalen. Fachmännisch vorbereitet durch unsere Mitglieder Theo Franzbach und Norbert Mümken konnten wir – auch dank mehrerer Biere beim Frühschoppen in einer Privatbrauerei – unterhaltsame und vergnügliche Stunden erleben.

Wunderschöne Eindrücke gewannen auch die 30 Teilnehmer der Pättkestour zur Dinkelmündung bei Neuenhaus. Am Denkmaltag standen uns verschiedene Mühlen auf niederländischem Gebiet zur Besichtigung offen. Die von Josef Borgers und Franz-Josef Mensing wieder einmal in hervorragender Weise ausgearbeitete Route führte uns zum größten Teil entlang der in Holland noch meist in ihrem unbegradigten Flussbett verlaufenden Dinkel durch landschaftlich reizvolle Gegenden.

Für unseren Verein nahmen Hermann Wissing und Elisabeth Benkhoff an der Verabschiedung unseres Pastors in den Ruhestand teil. Auch von dieser Stelle wünschen wir ihm nochmals alles Gute, Gesundheit und Gottes Segen.

Die letzte Pättkestour der diesjährigen Saison endete am 04. Oktober mit einem Umtrunk in unserer Heimatstube.

Die Versammlung am 13. Oktober war trotz fehlender Ankündigung in den WN gut besucht.

Die Vorsitzenden der Heimatvereine des Kreises Borken trafen sich am 14. Oktober im Drilandmuseum im Gronau. Dort stimmten alle Heimatvereine des Altkreises Ahaus den auf unsere Initiative entwickelten Vorschlag für die Nachfolge des verstorbenen, stellvertretenden Kreisheimatpflegers Manfred Uhling zu. Damit steht fest, dass wir nach den nächsten Kommunalwahlen dem Kreistag des Kreises Borken vorschlagen werden, Herrn Alfred Janning zum neuen stellvertretenden Kreisheimatpfleger für die Region des Altkreises Ahaus zu wählen. Nachdem der Geschäftsführer der LAGA, Herr Witthöft, in beredter Weise vom erfolgreichen Verlauf der LAGA berichtet hatte und uns die Ideen für eine künftige Nutzung des LAGA-Geländes vorgestellt hatte, konnten wir uns auf einem geführten Rundgang über das Gelände nochmals von den herbstlichen Impressionen dieser nicht nur für Gronau, sondern auch für die umliegenden Orte bedeutenden Veranstaltung beeindrucken lassen.

Bei recht milden Temperaturen fand der Clemensmarkt am 17. November statt. Während bislang der Heimatverein die Verantwortung für die Ausrichtung dieser Veranstaltung hatte, hat der Vorstand beschlossen den Clemensmarkt –wie früher immer üblich- wieder zu einem offiziellen Markt werden lassen. Während die von den Marktbeschickern verlangten Marktgebühren niedrig sind, hat diese Lösung für den Heimatverein den Vorteil, dass er nicht der Verkehrssicherungspflicht unterliegt und weder für eine Toilettenanlage noch für die Sauberkeit des Marktplatzes sorgen muss. Offizieller Markttag wird zukünftig in jedem Jahr der 3. Montag im November sein.

„Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus“, so sagt man. Ein ähnliches Gefühl hatten auch Hermann Wissing und ich, als wir zusammen mit Frau Nolle vom gemeindlichen Bauamt Herrn Architekt Wolters aus Coesfeld am 20. November das Haus Hugenroth vorstellten. Wir alle hatten bei unserem Gespräch den Eindruck, dass die Idee, das Haus Hugenroth und das angrenzende Haus Brockmann zu einem Heimathaus umzubauen, auch beim Architekten Wolters spontane Begeisterung auslöste.

Architekt Wolters ist inzwischen weit über die Grenzen der näheren Umgebung von Coesfeld bekannt. Er ist der hauptverantwortliche Planer für das mit 70 Millionen Euro vom Land geförderte Projekt „Regionale – links und rechts der Ems“. Ich glaube, dass Archtitekt Wolters unser großes Vorhaben der nächsten Jahre mit Bedacht und Augenmaß begleiten und uns wertvolle Hinweise geben wird. Aber bereits bei unserem ersten Gespräch hat er mehrfach und eindringlich betont, dass solch ein Vorhaben nur in einer Kooperation und Partnerschaft zwischen der öffentlichen Hand und Privatleuten, also den Mitgliedern und Förderern des Heimatvereins, umgesetzt werden kann. Ich möchte Euch deshalb schon jetzt um tatkräftige Unterstützung bitten. Nur wenn wir alle bereit sind zu helfen, wir es uns gelingen, ein solches Zentrum für Zusammenkünfte und zur Kommunikation zu schaffen.

Das Heimathaus Hugenroth wird nämlich nicht nur Räumlichkeiten für den Heimatverein beherbergen. Wir stellen uns vielmehr vor, zukünftig dort auch die Altentagesstätte einzurichten, damit z.B. Gehbehinderte an den Zusammenkünften teilnehmen und die bisher im Obergeschoss des Pfarrheimes oder in der Heimatstube angebotenen Veranstaltungen und Kurse besuchen können. Allen Interessierten sollen die Räume zur Verfügung stehen, um sich darin zu versammeln, Ausstellungen zu zeigen oder an Schulungen teilzunehmen. Das Nutzungsspektrum soll –ähnlich wie etwa beim Eppingschen Hof – sehr breit sein. Schon deshalb sollte das Interesse an der Herrichtung des Hauses Hugenroth zu einem Heimathaus und die Bereitschaft, daran mitzuwirken, sehr groß sein.

Weil wir wissen, dass auch der Heimatverein einen großen finanziellen Beitrag für dieses Vorhaben leisten muss, haben wir mit der Nichte von Frau Sieberg einen Vertrag über die Pflege des Grabes ihrer Tanten Eugenie und Klara geschlossen. Der von Frau Sieberg dem Heimatverein dafür zur Verfügung gestellte Betrag i.H.v. 3.750,00 Euro dient ausschließlich der Finanzierung des Hauses Hugenroth. Wir werden uns in den nächsten Jahren verstärkt bemühen, weitere Einnahmequellen zu erschließen. Z.B. ist daran gedacht, zukünftig auch mit einem Angebot auf dem Clemensmarkt vertreten zu sein.

Im Beisein von Hermann Wissing und mir wurde am 28. November in den Räumlichkeiten der Firma Weilinghoff die Ausstellung „Steinernde Zeugen - diesseits und jenseits der Dinkel“ eröffnet. Parallel dazu wurden die Leser der Westfälischen Nachrichten und der Münsterlandzeit in mehreren Presseartikeln Heeker und Nienborger Bürger über die Bedeutung und Entwicklung dieser „steinernden Zeugen der Geschichte unseres Ortes“ informiert. Weil viele Nienborger an den beiden ersten Adventswochenenden wegen der gleichzeitig in unserer Pfarrkirche stattfindenden Ausstellung über Wegekreuze diese Ausstellung in Heek nicht besuchen konnten und der Besucherstrom trotzdem nicht abreisen wollte, haben wir uns entschlossen, diese Ausstellung am 13. Juni im Haus Hugenroth nochmals zu zeigen. Für alle sicherlich auch eine Gelegenheit, sich ein Bild über Haus Hugenroth vor dem Umbau zu machen.

Die Zusammenarbeit bei der Vorbereitung dieser Ausstellung und der gemeinsame Gottesdienst sowie der bunte Abend am 29. November aus Anlass der Fusion der Kirchengemeinden St. Ludgerus in Heek, St. Peter u. Paul in Nienborg und der der Rektoratsgemeinde Heilig Kreuz in Ahle haben gezeigt, dass ein gedeihliches Miteinander der Bürger beider Ortsteile möglich und vor allem auch wünschenswert ist. Wie sagte so schön und treffend unsere Bürgermeisterin Anni Rosery in ihrer von allen Gästen im Saal der Gaststätte „Alter Kaiser“ in Heek mit viel Applaus bedachten Rede, „ et mot überhören, dat de Nienborger sägt – de ollen Heeker – und dat de Heeker sägt – de ollen Nienbörger. Dem kann ich nur beipflichten.

In heiterer Atmosphäre verlief die letzte Vorstandsversammlung am 08. Dezember. Seit meinem Amtsantritt serviere ich den Mitgliedern des Vorstandes an diesem Abend selbst gewürzten Glühwein. Um bei den Vorstandsmitgliedern das Feuer, also die Begeisterung, für das Haus Hugenroth und für die Bedeutung des Burggeländes für unseren Ort so richtig anzuheißen, habe ich allen eine kleine Flasche mit dem nur hier erhältlichen hochprozentigem „Burgfeuer“ geschenkt.

Zurück zur Übersicht