Tätigkeitsbericht 2004
Ganz im Zeichen der Ehrungen von Herrn Pfarrer Niehaves, Herrn Pfarrer Leyer und Herrn Kunsterzieher Dräger stand die Jahreshauptversammlung am 11. Januar in der Burgschänke. 76 Mitglieder des Vereins zollten den Geehrten mit einem lang andauernden Applaus Dank und Anerkennung für die Unterstützung des Heimatvereins und für ihr Engagement in der Heimat- und Denkmalpflege.
Wegen des sehr regnerischen Wetters am Vormittag wurde kurzerhand der geplante Wintergang am 01. Februar aufgegeben. Das Heimathaus in Metelen wurde in Fahrgemeinschaften angefahren. Dort war für uns eine reichhaltige Kaffeetafel gedeckt. Herr Tietmeyer erläuterte in humorvoller Weise, wie es dem Heimatverein Metelen gelungen war, die Finanzierung ihres Heimathauses, dass nach seinem Bruder, dem großzügigen Sponsor Hans-Tietmeyer benannt wurde, sicherzustellen. Anschließend stellte er uns die als Heimatmuseum genutzte Mühle vor.
Zur ersten Versammlung traf sich der Vorstand am 09. Februar. Nach dem offiziellen Teil referierte Hermann Wissing über einzelne im Krieg gefallene Nienborger.
Zum Kuerabend am 08. März kamen circa 30 Interessierte, um sich von Herrn Benger im Rahmen eines Diavortrages über die „Vechte, dem Schwesternfluss der Dinkel“ zu informieren. Obwohl Herrn Benger wenige Minuten vor seiner Abfahrt nach Nienborg seine Diasammlung zu seinem Vortrag entwendet worden war, gelang es ihm, das Interesse der Zuhörer mit einigen ihm verbliebenen Diaaufnahmen zu wecken. Angereiste Mitglieder des Heimatvereins Schöppingen halfen dabei mit und so endete der Abend recht gemütlich.
Am 16., 17. und 18. April führte uns die Theatergruppe der Frauengemeinschaft das sehr humorvolle plattdeutsche Theaterstück „Oma häff alle(s) in Griff“ auf. Die insgesamt über 500 Gäste erlebten vergnügliche Stunden und dankten den Akteuren herzlichst mit großem Applaus. An allen drei Tagen war der Heimatverein für die Bewirtung der Gäste verantwortlich. Dieser Aufgabe sind wir gerne nachgekommen, weil die Theatergruppe den Erlös i.H.v. 1.250,00 € dem Heimatverein zur Errichtung des Hauses Hugenroth zur Verfügung gestellt hat. Bürgermeisterin Anni Rosery hatte in einem Grußwort herausgehoben, dass die Theatergruppe mit dieser Entscheidung eine große Heimatverbundenheit gezeigt habe. Dem ist uneingeschränkt zuzustimmen, zumal mit der Aufführung plattdeutscher Theaterstücke die Umgangssprache unserer Region lebendig gehalten wird.
Die Monatsversammlung am 19.04.2004 stand ganz im Zeichen der Vorbereitungen für das Schmücken unseres Mai- bzw. Geschichtsbaumes. Am 30.04. war es soweit, der gemeinsamen Einladung des Sportvereins und des Heimatvereins waren viele Bürgerinnen und Bürger unserer Gemeinde gefolgt. Bei strahlendem Sonnenschein verbrachten Sie einige gemütliche Stunden unter dem Maibaum bzw. im Festzelt, so dass diese Veranstaltung schon fast „Dorffestcharakter“ bekam.
Doch zuvor traf sich die Arbeitsgruppe „Pflegedienst“ zu einem Kuerabend am 23. April in der Mühle. In gemütlicher Runde wurde neben den anstehenden Aufgaben auch über die Entwicklung unserer Gemeinde und über das Alltagsgeschehen lebhaft diskutiert. Alle, die nicht dabei haben, haben mehrere unterhaltsame und informative Stunden in unserer Heimatstube verpasst.
Änne Terwolbeck, Hermann Wissing und ich nahmen in Lünten an der diesjährigen Frühjahrstagung der Heimatvereine des Altkreises Ahaus am 29. April teil. Kreisheimatpfleger Feldhege konnte von dem erfolgreichen Verlauf des plattdeutschen Lesewettbewerbs berichten. Einstimmung wurde Herr Feldhege von den Delegierten für eine weitere Amtszeit als Kreisheimatpfleger nominiert
Zum Saisonauftakt führte die erste Pättkesfahrt am 15. Mai rund um Heek und Nienborg zur Reithalle nach Averbeck. Nach einer Führung über das Gelände und durch die Reithalle schloss die Fahrt bei Kaffee und Kuchen im dortigen Gastraum.
Nachhaltige Eindrücke gewannen 49 Mitglieder des Heimatvereins beim Besuch unserer Bundeshauptstadt Berlin am Pfingstwochenende vom 28. bis 31. Mai. Nach einem Besuch des Reichstages und seiner Kuppel am Freitag konnten wir am Samstagmorgen auf einer mehrstündigen Rundfahrt die vielen Seiten dieser pulsierenden Stadt kennen lernen. Neben dem vielen Grün in einer solch großen Millionenstadt waren wir in besonderer Weise von den zahlreichen architektonisch modern gestalteten Neubauten im Innern der Stadt wie etwa dem Sony-Center mit seinem Zeltdach oder dem neuen Bundeskanzleramt beeindruckt. Andererseits stimmten die im Ostteil der Stadt noch nicht restaurierten Gebäude und Haltestops an verbliebenen Teilstücken der Berliner Mauer oder am Checkpoint Charlie auch nachdenklich und ließen Erinnerungen an die Teilung der Stadt wach werden. Zu einem Höhepunkt der Fahrt wurde am Abend der Besuch der Vorstellung „Revuepalast“ – Die Palastrevue zum zwanzigsten Geburtstag des Friedrichstadtpalast: Eine gelungene Mischung aus Musik, Tanz, Akrobatik und spektakulären Trapezkünsten begeisterte Jung und Alt gleichermaßen. Nach einer Spreefahrt am Sonntagmorgen von der Schlossbrücke durch das Hansaviertel, vorbei am Spreebogen, dem Schloss Bellevue, dem Regierungsviertel mit dem Bundeskanzleramt und dem Reichstag bis zur Jannowitzbrücke wurde am Nachmittag auf einem geführten Spaziergang das alte und jetzt wieder sehr lebendige Zentrum im Umkreis der Prachtstraße „Unter den Linden“, an der wir im gleichnamigen Hotel wohnten, erkundet. Bevor wir am Pfingstmontag die Heimreise antraten, haben wir uns auf einem Abstecher Potsdams wohl prominenteste Sehenswürdigkeit, das Schloss Sanssouci, die einstige Sommerresidenz Friedrichs des Großen und den Park Sanssouci, angesehen. Mit einer anschließenden Rundfahrt durch die historischen Quartiere der Stadt - Alexandrowka, Holländisches Viertel und das Weberviertel – endete unsere Reise.
Bei schlechtem Wetter nahmen nur 10 Personen an der Pättkestour am 12. Juni teil. Weitaus mehr Besucher ließen sich am 13. Juni, dem Tag der Europawahl, nicht die Gelegenheit nehmen, das Haus Hugenroth im jetzigen Zustand zu besichtigen. Dort war nochmals die Ausstellung „Im Fluss der Zeit“ zu sehen. Fast alle Teilnehmer der Berlinreise hatten Kuchen zur Verfügung gestellt, der den Gefallen der Besucher des Hauses Hugenroth fand. Der Erlös der Cafeteria dient der Renovierung des Hauses. Trotz der vielfältigen Aktivitäten am Wochenende war die Versammlung am darauf folgenden Montag gut besucht.
Durch einen sachkundigen Vortrag und im Rahmen einer Führung durch den Betreib der Uranaufbereitungsanlage der Firma Urenco in Gronau informierten sich 26 Mitglieder des Heimatvereins am 07. Juli über die Risiken und Gefahren der Anlage. Dabei konnten sich die Teilnehmer dieser Betriebsbesichtigung über den sehr hohen Sicherheitsstandard der Anlage überzeugen.
Herzlichst willkommen hießen die Heimatfreunde aus Gronau die 14 Pättkesfahrer, die den dunkeln Wolken am Himmel zum Trotz am 10. Juli zum Besuch des Drilandmuseums aufgebrochen waren. Gegrüßt von in Trachten gekleideten Vereinsmitgliedern wurden wir gastfreundlich zum Kaffeetrinken eingeladen. Bei Sonnenschein machte der anschließende Rundgang über das LAGA-Gelände allen Teilnehmern viel Spaß. Erst nach 18.00 Uhr wurde nach vielen Dankesworten die Rückfahrt angetreten.
Das Kastell Twickel bei Delden in den Niederlanden war das Ziel einer ganztägigen Fahrradtour am 18. September. Wenngleich zwei kleinere Regenschauer die Teilnehmer zwangen, Regenkleidung anzulegen, klarte sich das Wetter immer mehr auf. Mittagessen und Kaffeetrinken fanden bei strahlendem Sonnenschein draußen statt. Zufrieden kehrten wir gegen Abend mit dem Bus nach Nienborg zurück.
Einen breiten Bogen der Geschichte spannten am 03. Oktober, dem Tag der deutschen Einheit, 50 Mitglieder des Heimatvereins bei einer Reise nach Düsseldorf und Umgebung. Nach einer Stadtrundfahrt durch Düsseldorf, dem Besuch der Altstadt mit einer Einkehr in das Traditionslokal Uerigen machten wir Mittagsrast in der mittelalterlichen Zollfeste Zons. Am Nachmittag ließen wir uns im Neandertalmuseum bei Mettmann mittels sachkundiger Führung in die Frühgeschichte der Menschheit entführen.
Die letzte Pättkestour der diesjährigen Saison endete am 04. Oktober mit einem Umtrunk in unserer Heimatstube.
Die Versammlungen am 11. Oktober und 08. November waren gut besucht. Die Teilnehmer hatten sich soviel zu erzählen, dass die eigentlichen Themen manchmal in den Hintergrund gerieten. Deshalb ist geplant, außerhalb der Monatsversammlungen regelmäßig einen Kuerabend anzubieten. An diesen Abend wollen wir uns über einzelne Themen unterhalten oder einfach nur „schnacken“, wie die Norddeutschen sagen. Die plattdeutsche Sprache soll dabei lebendig bleiben. Dazu habe näheres unter dem Punkt „Verschiedenes“.
Plattdeutsche Mundart in äußerst humorvoller Form erlebten 43 Mitglieder unseres Vereins bei der Aufführung der Komödie „De Hochtiedsreise“ durch die Laienspielschar der Stadtlohner Nikolausgesellschaft. Eine Lachsalve nach der anderen, gelungen dargebotene Situationskomik und voller Elan spielende Schauspieler begeisterten die Zuschauer immer wieder auf´s Neue und veranlassten sie immer wieder zu kräftigem Szenenapplaus. Auch im diesjährigen Programm findet sich wieder ein Besuch eines plattdeutschen Theaterstückes in Stadtlohn. An dieser Stelle möchte ich mich bei der Gemeinde und besonders bei Jürgen Lammers und Ulla Vinkelau bedanken. Bei ihnen können wir aus dem Kulturetat für solche Fahrten immer mal wieder einen Zuschuss abrufen, so dass sich die Kosten für die Busfahrten begrenzen lassen.
Bei noch guten äußeren Bedingungen fand bereits am 15. November der Clemensmarkt statt. Sehr viele Marktbeschicker boten ihre Waren feil. Aber auch viele Vereine und Gruppierungen aus Nienborg nutzten die Gelegenheit, um ihre Speisen und Getränke zu verkaufen oder durch allerhand interessante Aktionen, wie etwa dem Kuhfladenroulette, dem Verkauf von Losen zum Weltjugendtag in Köln oder dem Schätzen des Gewichtes eines Schweines auf sich aufmerksam zu machen. Zum ersten Mal nahm auch der Heimatverein am direkten Marktgeschehen teil. Beim „Mettwurstknobeln“ gewann mancher Besucher mit dem Einsatz von einem € eine der 45 dicken runden Mettwürste aus ortsansässiger Produktion. Der Erlös dieser Aktion, die nicht einmalig bleiben soll, kommt auch der Restaurierung von Haus Hugenroth zu Gute.
In der Zeit von 15. bis zum 28. November stellten einheimische Künstler im Haus Hugenroth ihre Werke aus. Gleichzeitig hatte Frau Westphal eine Weihnachtsausstellung mit vielerei Kulinarischem und handwerklichen Gegenständen arrangiert. Besucher konnten sich dabei schon ein Bild machen, wie viel Atmosphäre die Räumlichkeiten in Haus Hugenroth ausstrahlen können, wenn sie dann erst einmal restauriert sind.
„Wege des Mittelalters“ beschritten Teilnehmer der Heimatvereine aus Epe und Nienborg beim Besuch der gleichnamigen Ausstellung am 12. Dezember im Westfälischen Landesmuseum für Kunst u. Kulturgeschichte in Münster. Während einer 90-minütigen Führung durch die Ausstellung gewannen wir Einblicke in die Mittelalterwelt Westeuropas. Zeit und Raum, religiöse und spirituelle Elemente, das Leben auf dem Land und in der Stadt, die Autoritäten sowie das Wissen und die Kommunikation im Mittelalter waren Themenfelder, die im Rahmen dieser Führung angesprochen wurden. Anschließend hatten wir Gelegenheit zum Besuch der münsterschen Weihnachtsmärkte.
Am darauf folgenden Tag trafen sich die Vorstandsmitglieder zu einer kleinen Weihnachtsfeier in der Mühle. Bei selbst gemachtem Glühwein und weihnachtlichem Gebäck stellte sich schnell bei allen eine freudige und lustige Stimmung ein. Damit fand das Programm des Heimatvereins 2004 seinen Abschluss. Wieder haben wir eine Reihe unserer Mitglieder damit ansprechen können. Wir freuen uns, wenn unser Angebot Zuspruch findet.
Danken möchte ich allen, die unsere Arbeit unterstützt haben. Einen besonderen Dank möchte ich an die Mitglieder der Arbeitsgruppe „Pflegedienst“ richten. Mit Hingabe tragen die 30 Mitglieder dieser Arbeitsgruppe dazu bei, dass das Gelände rund um das frühere Kriegerehrenmal, am Wilden Bernd und im Burgbereich stets einen gepflegten und sauberen Eindruck macht. Aber natürlich braucht diese Arbeitsgruppe gelegentlich Verstärkung. Wir würden uns deshalb sehr darüber freuen, wenn sich weitere Interessenten fänden.
Ein besonderer Dank gilt auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Vorstandes. Indem sie sich für die Belange des Heimatvereins eingesetzt haben, haben sie sich für unsere Dorfgemeinschaft eingesetzt und damit für viele ein „positives Wir-Gefühl“ geschaffen. Daran sollten wir festhalten und in diesem Sinne weiterarbeiten. Dann werden auch unsere Bemühungen für einen Ausbau von Haus Hugenroth zu einem Heimat- und Bürgerhaus erfolgreich sein.
Heek-Nienborg, im Januar 2005
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