Tätigkeitsbericht 2006

Mit einem sehr musikalischen Auftakt begann das Geschäftjahr 2006 für den Heimatverein. Nach einem unter Mitwirkung unseres Weihbischofs Tebarzt van Elst würdevoll gestalteten Festhochamt, einer musikalisch vielseitigen Andacht und einem sehr gut organisierten, bunten Vortragsprogramm in der Sporthalle der Bischof Martin Grundschule durften wir dem Cäcilienchor zum 125jährigen Jubiläum am Sonntag, dem 15. Januar ganz herzlich gratulieren.

Nur eine Woche später, am 22. Januar, kamen 50 Mitglieder des Heimatvereins zur Jahreshauptversammlung in die Burgschänke. Nach den üblichen Regularien und Wahlen wurden die Verdienste von Änne Terwolbeck und Felix Woltering für den Heimatverein besonders gewürdigt. Beide hatten erklärt, nach langjähriger Vorstandstätigkeit ein offizielles Amt nicht mehr bekleiden zu wollen. Hans Kepper und Thomas Denis komplettieren den Vorstand, nachdem sie einstimmig gewählt wurden.

Auf großes Interesse stieß auch der Wintergang am 12. Februar zum Hof der Eheleute Maria und Ludger Callenbeck. Auf deren Tenne ließen sich ca. 50 Vereinsmitglieder das dort von Metzgermeister Wolbeck zubereite Wurstebrot und Leberbrot gut schmecken. Musikalisch wurden wir auf dem Schifferklavier von Gertrud Haase unterhalten.

Auf der Monatsversammlung am 13. Februar stand der Ausbau des Hauses Hugenroth im Besonderen auf der Tagesordnung. Zuvor waren bereits im Januar und Februar viele Fragen zum Ausbau des Hauses Hugenroth zu beantworten. Stets konnte Karl Vinkelau in Beratungen mit dem verantwortlichen Projektbeauftragten der Gemeinde, Norbert Otte, oder mit dem Bauingenieur Markus Stöcker-Herbers sachkundig Antworten geben und Lösungsansätze vorschlagen. Verschiedene Lösungsansätze und Gestaltungsfragen wurden dann in unseren Monatsversammlungen am 13. Februar und am 13. März und am Ort des Geschehens, dem Haus Hugenroth, am 19. Februar mit den Vorstandsmitgliedern erörtert. Parallel dazu wurde das Haus Hugenroth vollständig entkernt und für die anstehende Neugestaltung und Renovierung hergerichtet. Haus Brockmann wurde von der Nienborger Firma Kersenfischer rechtzeitig entfernt, um Platz für einen neuen Anbau zu schaffen.

Vor der Monatsversammlung am 13. März trafen sich Vertreter der Heimatvereine des Altkreises Ahaus im Dormitorium in Asbeck. Ulla Vinkelau und Bernhard Kock nahmen daran teil. Mitarbeiter des Katasteramtes des Kreises Borken stellten dabei ein System vor, mittels dem die einzelnen Heimatvereine die in ihren Orten gelegenen Bildstöcke, Wegekreuze und sakralen Kunstgegenstände geodatentechnisch erfassten können, um deren Lage, deren Bedeutung und Historie Interessierten über das Internet zur Verfügung stellen zu können. Für den Heimatverein Nienborg wird Hans Kepper diese Daten erfassen.

Bereits am 21. Februar hatte Bernhard Kock sich auf Einladung des Heimatvereins Asbeck und des Förderkreises Kultur und Schlösser ins dortige Dormitorium begeben, um über Möglichkeiten einer ortsübergreifenden Zusammenarbeit der Heimatvereine und über die Bildung von Netzwerken durch die Heimatvereine zu sprechen. Bei dieser Gelegenheit wurden auch erste Überlegungen einer Partnerschaft unserer Region mit einer vergleichbaren Region in Masuren/Polen, in deren Gebiet ein Ort namens Legden liegt, vorgestellt.

Letzte Vorbereitungen für das Schmücken des Maibaumes wurden am 10. April während unserer Monatsversammlung besprochen. Nachdem bereits in den letzten Apriltagen das Wetter immer regnerischer und kälter geworden war, konnten wir am Vorabend des 1. Mai von einem zwar sehr kühlen aber trockenen Wetter profitieren und doch noch eine staatliche Anzahl Besucher willkommen heißen. Wenngleich der Umsatz unter den kühlen Temperaturen nach 11.00 Uhr merklich nachließ, war die Stimmung auch dank der guten Zusammenarbeit mit dem SC Rot-Weiß Nienborg sehr gut.

22 Fahrradfahrer erkundigten zum diesjährigen Saisonauftakt die nähere Umgebung am 13. Mai. Nach einer interessanten Pättkestour unter der bewährten Führung von Josef Borgers und Franz-Josef Mensing fand man sich zum gemütlichen Abschluss in unserer Heimatstube ein.

35 Interessierte trafen sich am 17. Mai auf dem Gelände der Firma Nordenia, um sich dort in mehreren Gruppen die Herstellung von Folien aller Art vorstellen zu lassen.

Den maritimen Flair der Hansestädte Bremen und Bremerhaven erkundigten über Pfingsten 31 Mitglieder unseres Vereins. Von dem sehr zentral gelegenen Hotel konnten man bequem die Innenstadt Bremens mit dem Roland, dem Rathaus, dem Petri-Dom, der Böttchergasse und dem

Schnoorviertel an der Weser erkundigten. Beeindruckt von der Dimension der verschiedenen Häfen in Bremerhaven und der Anzahl der Neuwagen, die von Deutschland aus mit riesigen Frachtern exportiert oder nach Deutschland importiert wurden, haben wir uns im Deutschen Schifffahrtsmuseum sehr sachkundig die Geschichte der Seefahrt vorstellen lassen. Einen besinnlichen Ausklang fand diese Reise am Pfingstmontag im Künstlerdorf Worpswede, in dem u. a. neben Paula Moderson-Becker auch ihr Mann Otto Moderson und Heinrich Vogeler zu Beginn des 20. Jahrhunderts schaffensreich gewirkt und gelebt hatten.

Nach diesen erholsamen Tagen ging es aber richtig los. Stets den Termin für das Dorffest am 2.und 3. September im Auge behaltend, arbeiteten die Mitglieder am Haus Hugenroth mit größerer Intensität. Der Baufortschritt und die damit zusammenhängenden Fragen nahmen breiten Raum in den einzelnen Monatsversammlungen ein, die zum Teil auch vor Ort stattfanden. Erfreulich war, dass man stets nach kurzer Beratung zu einvernehmlichen Lösungen und Entscheidungen kam. Trotzdem nahmen wir uns noch die Zeit zu mehreren Pättkestouren, die jeweils am 2. Samstag im Monat stattfanden. Daran soll auch zukünftig festgehalten werden. Dabei setzt der Heimatverein weiterhin darauf, dass Josef Borgers und Franz-Josef Mensing schöne Routen in die nähere Umgebung für uns ausarbeiten.

Dann kam das 1. Septemberwochenende. Zum Dorffest war der Innenausbau des Hauses Hugenroth fast abgeschlossen, so dass sich viele Besucher am Sonntag vom Baufortschritt selbst überzeugen konnten. Viel Lob für den Umbau und für die geleisteten Arbeiten kam von den Gästen, die von Vorstandsmitgliedern durch das Haus geführt wurden. Wie oft haben wir aus den Kommentaren entnehmen können, wie überrascht man über Anzahl und Ausmaß der neuen Räumlichkeiten war. Zuvor hatte der SC Rot-Weiß-Nienborg am Samstag zu einem Prominentenfußballspiel zwischen Vereinsvertretern und Vertretern des Rates und der Verwaltung eingeladen. Viele Zuschauer fanden den Weg ins Eichenstadion, um den fairen Wettkampf zwischen Bürgermeister Dr. Zwicker und seine Mannen und einer aus Frauen und Männern zusammengesetzten Fußballmannschaft der Nienborger Vereine zu verfolgen. Am Ende siegte die Mannschaft der Vereine knapp mit 4:3 dank eines Tores durch Doris Vogelsang.

Nach diesem Auftakt am Nachmittag kamen viele tanzlustige Gäste am Abend zur Burg. Die von vielen Schützenfesten bekannte Showband Liberty spielte dort ohne Gage bis in die frühen Morgenstunden. Keiner hätte auf dem Heimweg damit gerechnet, dass der weitere Tag so viel Regen bringen würde. Als am Sonntag alle Stände aufgebaut waren und erste Besucher eintrafen, setze sehr starker Regen mit viel Wind ein. Der Bierstand war deshalb nicht so gut besucht wie am Vorabend. Trotzdem ließen es sich die Nienborger nicht nehmen und kamen zur Burg. Am Ende des Tages hatte der Kirchenchor St. Cäcilia seinen vorbereiteten Reibekuchenteig verarbeitet, die Frauengemeinschaft rund 70 Torten und die Landfrauen ihre Bauernbrote verkauft. Viele Gäste hatten sich eine Mettwurst erknobelt oder das Gewicht eines Schweins geschätzt und die sonstigen Angebote genutzt. Im Weinzelt herrschte noch gute Stimmung als es schon Nacht geworden war. Trotz der widrigen Wetterverhältnisse konnte wir einen Erlös von circa 7.000 € verbuchen. Allen die dazu beigetragen haben, sagt der Heimatverein an dieser Stelle nochmals von ganzem Herzen dank. Danken möchten wir auch all denjenigen, die sich interessiert gezeigt und das Haus Hugenroth besucht haben. Wir hoffen, dass das Interesse anhält und wir sie noch häufig dort begrüßen können.

Zu einer Zwischenpräsentation des Buch- und Forschungsprojektes „Schlösser, Burgen, Herrenhäuser im deutsch-niederländischen Grenzgebiet zwischen Tradition und Moderne“ hatte das Seminar für Volkskunde/Europäische Ethnologie der Westfälischen Wilhelms Universität Münster am 13. Oktober in das Kongresszentrum der Westdeutschen Lotterie in Münster eingeladen. An dieser Veranstaltung nahmen meine Doris und Bernhard Kock teil. Mit Freude durften die beiden dabei erfahren, wie viel Aufmerksamkeit der mittelalterlichen Ringburganlage in Nienborg von den Buchautoren Dr. Ulrike Frede und Dr. Britta Spies entgegengebracht wird. Während dieses Forschungsprojektes werden ca. 30 in den Kreisen Steinfurt und Borken und in den an diesen Kreisen angrenzenden Gebieten in den Niederlanden gelegene Gebäude auf ihre historische und ihre heutige Nutzung hin untersucht. Dabei spielt auch die jeweilige Verbindung von Deutschland in die Niederlande und umgekehrt eine besondere Bedeutung. Nicht zuletzt deshalb wird neben der Keppelborg und dem Hohen Haus auch die Geschichte des Stammhauses der Familie von Bönnighausen „Burg Herinckhave“ in den Niederlanden von Studenten des Seminars für Volkskunde/Europäische Ethnologie in die Betrachtung mit einbezogen.

In einem spannenden Vortrag machten die Studentinnen, die unsere Burgmannshäuser in dem Buch beschreiben werden, wirklich Lust auf einen Besuch unserer Gemeinde. Darin lässt sich erkennen, welch große Bedeutung die „Burg Nienborg“ für Betrachter von außen in den letzten Jahren gewonnen hat. Es gilt, daran weiter zu arbeiten. Unterstützung erfahren wir dabei vom Verein Kultur und Schlösser, der enge Verbindungen zu der Institution culture and castles unterhält. Culture und castles ist eine Einrichtung, die das Anliegen verfolgt, in Privatbesitz befindliche Burgen, Schlösser und Herrenhäuser einer touristischen Nutzung zuzuführen, damit über diesen Weg ihr weiterer Erhalt gesichert ist. Die geplante Einrichtung von Gästezimmern auf gehobenem Niveau in der Keppelborg ist auf die Initiative dieser Institution zurückzuführen.

Am Montag, den 16. Oktober trafen sich die Vertreter der Heimatvereine des Altkreises Ahaus zu einem regionalen Herbsttreffen in Vreden. Elisabeth Benkhoff, Heinz Overkamp und Bernhard Kock hatten dort die Gelegenheit, das gerade neu eröffnete Scherenschnittmuseum zu besuchen und an einer Führung von Herrn Dr. Hermann Terhalle durch die Krypta unter der St. Georg-Kirche teilzunehmen. Alle drei waren sehr angetan, von den angebotenen Programmpunkten.

An einer im Rahmen des Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzeptes, „Kulturlandschaft Ahaus, Heek, Legden, kurz ILEK, durchgeführten Tagung des Arbeitskreises „Tourismus, Naherholung und Kultur“ am 23. Oktober in der Landesmusikakademie nahmen Hermann Wissing und Bernhard Kock teil. Ilek dient dazu, Ideen,Konzepte oder Projekte aus den Bereichen Tourismus und Naherholung voranzutreiben. Alle Heimatvereine in den genannten Orten beteiligen sich intensiv daran.

Die Eröffnungsveranstaltung des Arbeitskreises „Heeker Geschichte“ am 26.Oktober zur Ausstellung „Ich war fremd…“ , an der mehrere Vorstandsmitglieder teilnahmen, machte deutlich, welch großes Leid die Vertreibung aus den Ostgebieten nach dem 2. Weltkrieg für die Betroffenen bedeutete. Aber nicht nur die Vergangenheit stand im Zentrum dieser Veranstaltung. Frau Dr. Schwarze aus Münster ermahnte in ihrem Vortrag zur Wachsamkeit, gegen das Vergessen und für Demokratie, weil rechtsradikale Ansichten und Tendenzen trotz der Erfahrungen des 2. Weltkrieges überall konkret fassbar zu beobachten seien.

Am 2. November traf sich der 1. Vorsitzende Bernhard Kock mit dem Vorstand des Cäcilienchores und dem Chorleiter, um ihnen Haus Hugenroth vorzustellen. Alle Teilnehmer hielten die dortigen Räumlichkeiten für die Chorproben für sehr geeignet. Zukünftig wird deshalb der Cäcilienchor den großen Versammlungsraum im Haus Hugenroth jeden Donnerstag belegen.

Viel Heiterkeit vermittelten die Darsteller der Laienspielschar des Stadtlohner Nikolausvereins in ihrem plattdeutschen Theaterstück mit dem Titel „Alles nur Theater“. 54 Bürgerinnen und Bürger nahmen das Angebot des Heimatvereins und des Kulturamtes der Gemeinde Heek zum Besuch dieser Aufführung am 18. November wahr. Sie wurden nicht enttäuscht, sondern hatten durch ein Feuerwerk der dargebotenen Pointen viel zu lachen.

Der Clemensmarkt am 20. November litt unter dem regnerischen Wetter. Trotzdem nutzten viele Besucher die letztmalige Gelegenheit, in der Mühle das Frühstück mit Kaffee und Weggen einzunehmen. In diesem Jahr wird der Heimatverein dafür die größeren und bequemeren Räumlichkeiten im Haus Hugenroth nutzen.

Nach weniger als einem Jahr Bauzeit fand am 8. Dezember die letzte Vorstandsversammlung des Jahres 2006 im Rahmen einer kleinen Weihnachtsfeier statt. Damit endete das offizielle Jahresprogramm 2006. Bis zum Jahresende setzten Vorstandsmitglieder die Arbeiten am Haus Hugenroth fort. Spätestens zur offiziellen Einweihung und dem Tag der offenen Tür am 15.04.2007 sollen alle Arbeiten abgeschlossen sein. Bereits jetzt dankt der Verein aber allen Helfern, Förderern und Spendern für die großartige Unterstützung. Diese Unterstützung gibt uns Kraft und motiviert uns, unsere Aufgaben fortzuführen, den Zusammenhalt im Verein zu stärken und für unsere Gemeinschaft weiterhin aktiv zu sein.

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