Tätigkeitsbericht 2007
Ein ereignisreiches Jahr 2007 begann für den Heimatverein Nienborg mit der Jahreshauptversammlung am 21. Januar in der Burgschänke. Daran nahmen über 70 Vereinsmitglieder teil. Dass die Einladung zur Jahreshauptversammlung auf ein solch großes Interesse stieß, erfreute die Vorstandsmitglieder sehr. Dadurch verbreitete sich unter den Gästen selbst beim Verlesen des Tätigkeitsbereichtes eine sehr harmonische und humorvolle Stimmung.
Erneut auf sehr großes Interesse stieß der Wintergang am 25. Februar. Nachdem es während des ganzen Vormittags geregnet hatte, konnten die Fußgänger am Nachmittag den Hof Wolters in Wichum trocken erreichen. Insgesamt kamen dorthin ca. 60 Vereinsmitglieder, die sich Wurste- und Leberbrot schmecken ließen und sich von einigen plattdeutschen Vorträgen unserer Ehrenbürgermeisterin Anni Rosery unterhalten ließen.
Bei den Monatsversammlungen am 12. Februar und 12. März stand im Wesentlichen die Frage nach der Gestaltung der Außenanlagen von Haus Hugenroth und die Ausrichtung der Einweihungsfeier im Vordergrund. Ein fester Stamm von Mitarbeitern, zu der Alfons Holtkamp, Heinz Overkamp und Josef Borgers gehörten , hatten bereits seit Beginn des Jahres unter der Leitung von Bernfried Berteling und Uwe Gruber begonnen, den Bereich um Haus Hugenroth zu planieren und für Pflaster- und Pflanzarbeiten vorzubereiten. Dabei wurde deutlich, wie groß das dortige Areal überhaupt ist und wie groß der Arbeitsaufwand bis zur offiziellen Eröffnung am 15. April sein wird. Wenn gleich manchmal die Nerven blank lagen, sie haben es geschafft und wurden bis dahin fertig. Eine enorme Leistung, wenn man bedenkt, dass wir die von uns zu erbringenden Eigenleistungen schon beim Umbau des Hauses Hugenroth erbracht hatten.
Unser Ehrenvorsitzender Franz Nacke ist weit über die Grenzen Nienborgs für seine Kenntnisse auf dem Gebiet der Genealogie, der Familienforschung und –kunde bekannt. Vielen hat er geholfen, eine Familientafel zu erstellen. Dem Heimatverein Epe steht er häufig als Berater zur Verfügung. Ich denke, ihn wird es besonders gefreut haben, dass der Heimatverein mit Beginn des Jahres ein neues Angebot in sein Programm aufgenommen hat. Am 28. Februar traf sich zum ersten Mal eine offene Arbeitsgruppe Familienforschung im Haus Hugenroth. Dabei stellten Franz Nacke, Willi Franzbach und Josef Denis auch auswärtigen Gästen ihre Arbeiten auf diesem Gebiet vor. Inzwischen können sie dank einer leistungsfähigen Computeranlage im Haus Hugenroth per Mausklick in kürzester Zeit Familiendaten ermitteln. Sicherlich haben wir alle den sehr informativen Bericht in der Weihnachtsausgabe 2007 der Westfälischen Nachrichten gelesen. Mit den festen Mitgliedern der Arbeitsgruppe lade auch ich alle Interessenten ein, an den monatlichen Treffen dieser Arbeitsgruppe teilzunehmen.
Ein weiteres neues Angebot des Heimatvereins wird ebenfalls gut angenommen. Ein bis zweimal im Monat trifft man sich im Haus Hugenroth zu einem Spielenachmittag. Bislang wird überwiegend von Männern Doppelkopf gespielt. Aber auch die Damenwelt ist herzlich zum Spiel eingeladen. Verschiedene Brett- und Kartenspiele stehen zur Verfügung, um in den dortigen Räumen dieser unterhaltsamen Freizeitbeschäftigung nachgehen zu können. Ab sofort gibt es auch für Berufstätige Gelegenheit zum Spiel. Regelmäßig in den Wintermonaten sind alle dazu am jeweils 3. Mittwoch ab 19.00 Uhr eingeladen.
Am 26. März nahmen Hans Kepper und ich am Treffen der Vorstände der Heimatvereine des Altkreises Ahaus in Alstätte teil. Nach Besichtigung des dortigen Heimathauses und der neu gestalteten Pfarrkirche St. Maria Himmelfahrt stellte der Vorsitzende des Heimatvereins Alstätte, Herr Heinrich Holters, das dort verwendete System zur Archivierung von Schriften und Büchern vor. Es wurde vereinbart, allen Heimatvereinen eine Datenmaske zur Erfassung dieser Unterlagen zur Verfügung zu stellen. Hans Kepper und Josef Denis haben sich bereit erklärt, zusammen mit Felix Woltering diese umfassende Aufgabe in nächster Zeit für den Heimatverein wahrzunehmen.
Der Leiter des Euregio-Volkshochschule Gronau, Alfred Hupe Ziemen, stellte mittels eines Videofilms 25 Zuschauern und –hörern unter dem Motto „Mein Münsterland von oben“ unsere Heimat vor. Anhand aktueller Ergebnisse einer bundesweit durchgeführten Befragung wurde deutlich, dass gerade auch der Kreis Borken wirtschaftlich zu einer der stärksten und lebenswertesten Regionen Deutschlands gehört.
Nachdem am 09. April in der Vorstandsversammlung letzte Absprachen für das Fest zur Eröffnung von Haus Hugenroth getroffen wurden, begann der eigentliche Festtag am 15.April bei strahlendem Sonnenschein. Es ist geschafft, es ist vollbracht. Mit Dankbarkeit, Freude und Stolz blicken wir auf das mit Sonnenstrahlen überflutete Haus Hugenroth. Mit diesen Worten begann Pfarrer Josef Leyer das vom Nienborger Kirchenchor festlich mitgestaltete Hochamt zur Einweihung von Haus Hugenroth. Vor dem offiziellen Festakt segneten er und Pfarrer em. Wilhelm Niehaves das Bürger- und Heimathaus. Nienborg erhält ein Schmuckstück in seinem Herzen, freute sich Bürgermeister Dr. Kai Zwicker. Dessen Freude teilten Martina Grote, Geschäftsführerin der NRW-Stiftung und Landrat Wiesmann, die beide das Engagement des Heimatvereins lobten. Mit bewegenden Worten warf Hildegard Sieberg einen Rückblick auf die Geschichte von Haus Hugenroth, in dem sie von 1946 bis 1948 lebte. Sie bringen mich ins Staunen, was hier entstanden ist, sagte sie. Unter dem Glockengeläut von St. Peter und Paul schloss Architekt und Statiker Markus Stöcker-Herbers aus Nienborg das Haus Hugenroth offiziell um 12 Uhr auf und überreichte einen großen Schlüssel an Bürgermeister Zwicker. Zum Abschluss des Festaktes stimmten die Gäste in das von Ehrenbürgermeisterin Anni Rosery getextete Lied „Auf der Burg, auf der Burg, auf der Burg steht unser Heimathaus“ kräftig mit ein. Mit einem Tag der offenen Tür klang die Einweihung bei Tanz, Musik und Unterhaltung mit vielen Gästen aus Nienborg, der näheren Umgebung und von benachbarten Heimatvereinen in geselliger Runde aus.
Das Kaiserwetter bei der Eröffnung von Haus Hugenroth hielt bis zum Monatsende an. Am Vortag des 1. Mai wehte aber ein recht böiger Wind, so dass trotz relativ warmer Temperaturen mehrere Gäste das Schmücken des Mai- u. Geschichtsbaumes vom Zelt aus verfolgten. Wenn man bedenkt, dass in Nienborg in kurzer Abfolge bereits mehrere Feste gefeiert worden waren und das 100jährige Jubiläum der Nienborger Feuerwehr und das Kirchweihfest noch bevorstanden, kamen doch sehr viele Gäste in die Niestadt.
Ob der Mai- und Geschichtsbaum, wie von Hermann Wissing bei der letzten Jahreshauptversammlung vorgeschlagen wurde, tatsächlich auf der Burg aufgestellt werden soll, wurde bei der Vorstandsversammlung am 14. Mai diskutiert. Für beide Standorte gibt es gute Gründe. Letztendlich war sich die Versammlung aber darin einig, dass der Platz in der Niestadt allein schon wegen seiner Größe geeigneter ist. Hermann Wissing schlug deshalb vor, dass zukünftig dort der Treffpunkt für die Pättkesfahrer des Heimatvereins sein solle, um unseren Mai- und Geschichtsbaum stärker ins Bewusstsein zu rücken. Es sei sehr schade, dass gerade auswärtige Besucher die schönen Tafeln nicht zu sehen bekämen. Abhilfe versprach er sich durch regelmäßige Treffen am Mai- und Geschichtsbaum, durch Hinweise in der Zeitung und durch das Aufstellen einer Infotafel, die Besucher über die Bedeutung der von unserem Vereinsmitglied Wilfrid Dräger gestalteten „Geschichtstafeln“ aufklären sollte. Inzwischen wurde eine solche Infotafel gefertigt. Rechtzeitig vor dem 1. Mai wird sie aufgestellt werden.
Unter der Leitung von Franz-Josef Mensing und Josef Borgers nahmen 22 Fahrradfahrer an der ersten Pättkestour dieses Jahres am 19. Mai teil. In Ochtrup besuchten wird das Töpfereimuseum.
Vom Morgen bis zum Abend gut besucht war die von Pfarrer Leyer zum Kirchweihjubiläum am Pfingstmontag, dem 28. Mai, vorbereitete Ausstellung mit religiösen Gegenständen aus unserem Kirchenschatz. Neben unserem Weihbischof Tebartz van Elst fanden sich viele Besucher auch in unserer gemütlichen Weinstube ein, so dass der Heimatverein einen stattlichen Erlös zur Renovierung der Orgel in unserer Pfarrkirche St. Peter u. Paul zur Verfügung stellen konnte.
Am 05. Juni sollte die von Mitgliedern des Heimatvereins vorbereitete plattdeutsche Bürgerfunksendung zum Thema „Küche und Garten“ ausgestrahlt werden. Aufgrund technischer Defekte konnte sie aber erst zu einem späteren Zeitpunkt gesendet werden. Anni Rosery, Maria Pieper, Maria Schlichtmann, Waltraud Wellmann, Renate Büning, Mechtild Kabst, Mechtild Woltering, Gabi Sanders, Gertrud Haase und Wilfried Stieler hatten liebevoll musikalische Grüße und Texte zum Thema vorbereitet und haben unseren Verein und unser Dorf anschaulich vorgestellt.
Am Nachmittag des 24. Juni weilte Werner Benkhoff im Haus Hugenroth, um seine dort ausgestellten Aquarelle und Ölbilder Interessierten vorzustellen.
Danke schön sagten wir allen Heimatfreunden, die uns in den letzten Jahren aktiv unterstützt hatten, die sich bei der Pflege des Ehrenmales an der Mühle und der Anlagen beim Wilden Bernd engagiert hatten und die viele Stunden ihrer Freizeit beim Aus- und Umbau von Haus Hugenroth geholfen hatten. 65 Heimatfreunde waren dazu am 14. Juli zu einem zünftigen Grillabend ins Haus Hugenroth gekommen und verbrachten dort einige gemütliche Stunden.
Auf dem Kirchweihfest reife die Idee, am 21. Juli wurde sie von über 40 Vereinsmitgliedern umgesetzt: Anni Elpers, geb. Lütke-Wissing und ihre Familie wurden bei der monatlichen Pättkestour auf ihrem idyllisch in der Bauernschaft Averesch in Wessum gelegenen Hof besucht. Im Garten war die Kaffeetafel reich gedeckt. Die Familie Elpers scheute sich nicht, uns Haus und Hof vorzustellen. Man merkte ihnen die Freude über unseren Besuch deutlich an.
Sehr gefreut haben sich auch unsere aktiven Vereinsmitglieder Ingrid und Ewald Amshoff, als im August eine stattliche Anzahl Pättkesfahrer sie besucht und ihren wunderschönen Garten bestaunt haben. Beide Gastgeber ließen es sich nicht nehmen, den Besuchern ein Fass Freibier zu spendieren.
Über die 5 Säulen der Gesundheitsidee von Pfarrer Kneipp referierte am 25. September Frau eine Vertreterin des Kneipp-Vereins Gronau im Haus Hugenroth. Weitere Vortragsveranstaltungen zum Thema Gesundheit werden in diesem Jahr angeboten.
„Konkurrenz belebt das Geschäft“, dieses bekannte Zitat nutzte Dr. Zwicker als das zu einem Heimathaus umgebaute Erdgeschoss des Eppingschen Hofes in Heek am 30.09. eingeweiht wurde. Er wollte damit zum Ausdruck bringen, dass auch die Heimatvereinsgruppe des Schützenvereins St. Ludgerus Heek ein eigenes Heimathaus habe errichten wollen, nachdem wir in Nienborg unser Haus Hugenroth haben einweihen können. Gerne wollen wir die Freude der Heeker Heimatfreunde teilen.
Vom 03. bis zum 07. Oktober besuchten 51 Vereinsmitglieder die Schweiz. Ausgehend vom imposanten Gebirgspanorama, der Viertausender Jungfrau, Eiger und Mönch, das wir von unserem 1.200 Meter hoch über dem Thuner See gelegenen Hotel stets im Blick hatten, erkundigten wir am 2. Reisetag unter fachkundiger Begleitung den am Nordfuß des Jungfrau-Massivs zwischen dem Thuner-See und dem Brienzer See gelegenen sehr beliebten Sommerurlaubsort Interlaken und die Bundeshauptstadt Bern mit ihrer reizvollen und auf der UNESCO-Liste als Weltkulturgut eingetragenen Altstadt. Bei strahlendem Sonnenschein fuhren wir am darauf folgenden Tag entlang des Brienzer Sees vom Berner Oberland in den Kanton Luzern, um die malerisch am Nordende des buchtenreichen Vierwaldstätter Sees gelegene Kantonshauptstadt Luzern zu besuchen und uns bei einem Rundgang durch den gut erhaltenen mittelalterlichen Kern die St.-Peter-Kapelle, den Kornmarkt, das Rathaus und viele schöne alte Bürgerhäuser anzusehen. Nach einem Gang über das Wahrzeichen der Stadt, die Kapellbrücke, wurde am Nachmittag der am Nordfuß des Rigi gelegenen Ort Küssnacht aufgesucht. Bei einem Gang durch die berühmte „Hohle Gasse“ und einem Besuch der Tellskapelle wurde die von Friedrich Schiller in Bühnenstück „Wilhelm Tell“ festgehaltene Legende dieses gleichnamigen Schweizer Nationalhelden, der an dieser Stelle den Landvogt und Tyrannen Gessler mit seiner Armbrust erschossen haben soll, wieder lebendig.
Zu den besonderen Höhepunkten dieser Reise gehörte am darauf folgenden Tag die Fahrt über drei allesamt über 2000 Meter hochgelegene Hochalpenpässe, den Grimselpass, den Nufenen-Pass und dem Gotthardt-Pass. Zunächst sah es so aus, dass wir wegen sehr starken Nebels die phantastischen Aussichten von diesen Passstraßen aus nicht genießen können sollten. Doch völlig überraschend löste sich in kürzester Zeit der Nebel auf und die Sicht war frei vom 2478 Meter hoch gelegenen Nuefen-Pass in das malerische Rhone-Tal. Nachdem auch das Gotthard-Massiv sicher durchquert worden war, erreichte die Reisegruppe den bekannten Wintersportort Andermatt. Von dort aus erfolgte die Weiterfahrt mit dem berühmten Glacier-Express durch die Schweizer Alpenwelt über dem Oberalbpass, der auch die Grenze zwischen den Kantonen Uri und Graubünden bildet, über Disentis vorbei an Trun und Illanz durch die Rheinschlucht nach Chur. Bei einem abendlichen Bummel konnte man sich dort die Altstadt der mit 5000 Jahren Siedlungsgeschichte ältesten Stadt der Schweiz und Hauptstadt des Kantons Graubünden ansehen, bevor am fünften Tag der Reise wir gut gelaunt die Heimfahrt antraten.
Zur letzten Pättkesfahrt der Saison trafen sich am 13. Oktober 28 Heimatfreunde in der Niestadt. Nach ihrer Rückkehr nach Nienborg kehrten sie zu einem gemütlichen Umtrunk für ein paar Stunden in das Haus Hugenroth ein. Am darauf folgenden Sonntag war das Haus Hugenroth beim plattdeutschen Vortrag von Professor Vasthoff tot „Liäben up´n Mönsterlänner Buernhof“ sehr gut besucht. Prof. Vasthoff verstand es, mit seinem humorvollen und authentischen Vortrag die Zuhörer zu begeistern und sie zu eigenen „Erfahrungsberichten“ zu ermuntern.
Viel Lob zollten die Vertreter der Vorstände der Heimatvereine aus dem Altkreis Ahaus als sie am 22. Oktober auf Einladung des stellvertretenden Kreisheimatpflegers Alfred Janning nach Nienborg gekommen waren. Nach einer Stärkung bei Kaffee, Weggen und Mettwurst und einem Rundgang durch das Haus Hugenroth wurde u. a. darüber diskutiert, wie man auf die Verlegung des Ausstrahlungszeitpunktes der plattdeutschen Bürgerfunksendungen reagieren solle.
Sehr erfreulich war die Teilnehmerzahl aus beiden Ortsteilen, als die Heimatfreunde aus Heek zum Erfahrungsaustausch am 23.11.2007 nach Nienborg gekommen waren. Bis nach Mitternacht haben wir uns in freundschaftlicher Atmosphäre unterhalten. Eine gemeinsame Pättkestour ist für den 09. August vorgesehen.
Sehr angetan von den Reizen unserer Ringburganlage waren 25 Gäste des Heimatvereins Wessum. Nach dem sie sich bei Kaffee und Weggen gestärkt hatten, wurden sie professionell – wie zuvor viele andere Gruppen- von Hermann Wissing am 09. Dezember durch unser Dorf begleitet.
Die letzte Vorstandsversammlung des Jahres fand am 14. Dezember statt. Glühwein, selbstgebackene Plätzchen und nicht zuletzt der Abschluss eines erfolgreich verlaufenen Jahres sorgten für gute Stimmung unter allen Teilnehmern.
Nienborg, im Januar 2008
Bernhard Kock