Genealogie
Den Ahnen auf der Spur
Spannung, Faszination, Fantasie - das sind nicht die Zutaten zu
einem mitreißenden Kinofilm, sondern zu einer ganz realen Zeitreise:
Die Mitglieder der Gruppe Familienforschung/Genealogie des
Heimatvereins Nienborg machen sich regelmäßig auf den Weg in die
Vergangenheit und füllen unterwegs die 800-jährige Ortsgeschichte
Nienborgs mit Leben.
Beeindruckt sind die Anwesenden als Franz Nacke, Ehrenvorsitzender
des Heimatvereins, an einem von 23 Aktenordnern und einer
handgeschriebenen Ahnentafel seine Familiengeschichte beschreibt -
die wie viele andere Familien in Nienborg auch ihre Wurzeln im Adel
hat. "Da stecken fast 40 Jahre Arbeit drin", so Franz Nacke. "Und
wenn man einmal damit anfängt, dann hört man auch nicht auf."
Neben dem Studieren von Kirchenbüchern in Nienborg und anderen Orten
hat er zahlreiche Quellen wie das Bistumsarchiv in Münster,
Kreisjahrbücher oder den "Status animarum", die so genannte Seelen-
oder Volkszählung von Nienborg aus dem Jahre 1750, zu Rate gezogen
und vielerlei Daten in seinen selbst entworfenen Formularen
festgehalten.
Hofnamen
Dabei konzentrierte er sich nicht nur auf Geburts-, Hochzeits- oder
Sterbedaten, sondern er hat auch viele persönliche Dinge
festgehalten, die er über die einzelnen Personen in Erfahrung
bringen konnte. An einigen Beispielen werden die Darstellungen von
Franz Nacke nachvollziehbar, dass Familiengeschichte und allgemeine
Geschichte nicht zu trennen sind und bei der Familienforschung
unmittelbar zusammengehören.
So behielten die Höfe in den Bauerschaften oftmals ihre Hofnamen,
und die eigentlichen Familiennamen gerieten in Vergessenheit. Zudem
gehörten die Bauerschaften Wext und Wichum viele Jahre zu Heek, so
dass auch die Daten der Bevölkerung in den Kirchenbüchern in Heek
und nicht in Nienborg geführt wurden. Darüber hinaus muss in die
Forschung mit einbezogen werden, dass Nienborg erst im Jahre 1808
einen eigenen Friedhof erhielt und die Verstorbenen zuvor in Heek
beerdigt wurden.
Nicht nur Franz Nacke ist von der Familienforschung gefesselt.
Werner Mieling, der Teile seiner Ahnenforschung in den Händen hält,
oder Willi Franzbach bestätigen, dass diese Arbeit spannend und
faszinierend zugleich ist.
Ortsgeschichte
Mit der Verdoppelung der Zahl der Vorfahren in jeder Generation
weitet sich das Bild von der persönlichen Ahnenschaft aus zur
Heimatgeschichte. Und so beschränkt sich die Gruppe nicht nur auf
ihre jeweilige Ahnenforschung. Sie leistet ebenso einen wichtigen
Beitrag für die Ortsgeschichte, die sie auf dem Computer festhalten,
wie Bernhard Kock, Vorsitzender des Heimatvereins, betont. - men
Samstag, 05. Januar 2008 |