Hat Pfostenhaus Zukunft?
Idyllisch liegt das Pfostenhaus im Ammerter Gräberfeld etwas abseits des Radwanderweges. Wer dort vorbei kommt und sich für frühe Geschichte interessiert, der möchte am liebstem hineingehen und sich die rekonstruierte Behausung der jungsteinzeitlichen Siedler in der Bauerschaft Wext genauer ansehen.
Doch die Pforte zum Pfostenhaus-Gelände ist mit Stacheldraht zugeschnürt, außerplanmäßige Besucher dürfen seit über einem Jahr nicht hinein. Und das hat seinen Grund: Der Vandalismus hatte seinerzeit dermaßen zugenommen, dass die Kosten für Reparaturen Überhand nahmen, erinnert Dr. Dietmar Ikemeyer von der Biologischen Station Zwillbrock an die Zerstörungen im vergangenen Jahr (Münsterland Zeitung berichtete). Und auch momentan gebe es ab und an noch ungebetene Besucher.
Nachfrage vorhanden
Aber keinen Müll und keine Beschädigungen mehr, betont Josef Alte Epping auf Anfrage. Der Wexter Landwirt sieht regelmäßig nach dem Rechten und beobachtet, wie an guten Tagen zahlreiche Pättkesfahrer an dem Haus vorbei radeln. "Ich bin öfters darauf angesprochen worden, ob das Haus wieder öffnet. Nachfrage ist auf jeden Fall vorhanden", berichtet Alte Epping.
Und wie soll es mit dem Pfostenhaus weitergehen" Wirklich zufrieden ist auch Ikemeyer mit der derzeitigen Situation nicht. Um das Pfostenhaus wieder der Öffentlichkeit zugänglich machen zu können, sieht er aber nur eine Möglichkeit: "Wir müssten jemanden haben, der einigermaßen qualifiziert und zumindest am Wochenende vor Ort ist." Nicht umsonst, sondern gegen Bezahlung. Der Biologe könnte sich eine Anstellung im Rahmen eines 400-Euro-Jobs vorstellen.
"Das können wir aber nicht alleine schultern." Gespräche mit der Gemeinde und dem Heimatverein hätten bislang noch nicht zu Ergebnissen geführt. Bürgermeister Dr. Kai Zwicker zeigte auf Anfrage durchaus Verständnis für das Ansinnen der Biologischen Station. Auch er würde sich wünschen, dass das Pfostenhaus als touristischer Anziehungspunkt in der Gemeinde besser zu Geltung kommt.
Neuen Anlauf starten
Nach wie vor als sinnvoll erachtete er es, wenn " wie bereits vorgeschlagen " eine Öffnung in Kombination mit einem Bauernhofcafé erfolgen könnte. Zwicker: "Damit wäre auch das Problem der Aufsicht gelöst." Der Vorschlag war seinerzeit an der Bezirksregierung gescheitert, die auf ein unzulässiges Vorhaben im Außenbereich verwiesen hatte. Zwicker hofft, dass im Zuge neuer Zuständigkeiten bei der Genehmigung (liegt jetzt beim Kreis) ein neuer Anlauf Erfolg haben könnte. - msc/rs
Samstag, 29. Oktober 2005 Quelle: Münsterland Zeitung