Haus Hugenroth - Presseartikel
Für 30000
Euro eigene Arbeit
Eine Summe von 80000 Euro " davon 50000 Euro allein an Geldmitteln " hat der Heimatverein Nienborg in Eigenleistung zu stemmen, damit aus dem zugigen Kleinod des Hauses Hugenroth auf der Burg ein zentraler Mittelpunkt des Vereins- und Gemeindelebens werden kann.
Besuch vor Ort: Im Inneren fällt der Blick auf eine kleine, schmale Treppe, die in das Obergeschoss des Gebäudes führt. Über ausgetretene und heftig knarzende Holzstufen gelangt der Besucher eine Etage höher. Nur das Treppengeländer bekommt er partout nicht zu fassen. "In diesem Haus ist noch alles auf die Maße der früheren Bewohnergenerationen abgestimmt", erklärt Josef Borgers vom Heimatverein Nienborg. "Damals waren die Menschen kleiner." Dem "Mann von heute" reicht das Geländer gerade bis über die Knie. Ein Sicherheitsgefühl will nicht aufkommen.
Viel Arbeit in jeder Ecke
Vor den Helfern des Heimatvereins liegt noch viel Arbeit: In jeder Ecke des Hauses stapelt sich Müll, der bei der bisherigen Entkernung angefallen ist. Das Innenleben des im 18. Jahrhundert errichteten Gebäudes muss komplett saniert werden. Alte Leitungen, Stromkabel, Böden " nur das Wenigste ist noch zu gebrauchen. An einer der Wände wurden ein paar Ziegel herausgebrochen. Zum Vorschein kam ein von außen längst zugemauertes Fenster, dessen altes Glas teilweise noch erhalten ist. Auch der Fußboden gab noch ein Geheimnis preis. Nach seiner Entfernung kamen alte Holzdielen zum Vorschein " in einem guten Zustand.
Das starke ehrenamtliche Engagement hat neben der Begeisterung für den Heimatverein auch einen handfesten finanziellen Auslöser: Von den 80000 Euro an Eigenmitteln seitens des Vereins müssen 30000 Euro durch Eigenleistungen wie Arbeitsdienste erbracht werden. Oft sind die Helfer wie Josef Borgers, Karl Vinkelau und Heinz Overkamp morgens schon um neun Uhr auf der Baustelle, gilt es doch schließlich, den Fertigstellungstermin im September einzuhalten, damit die Fördergelder von der NRW-Stiftung auch fließen.
Mehr hilfreiche Hände
Bald werden noch weitere hilfreiche Hände bei den Entkernungsarbeiten mit anpacken: Während der Jahreshauptversammlung des Heimatvereins ging eine Liste herum, auf der sich binnen kürzester Zeit 20 Namen wiederfanden, freuen sich die drei Aktiven über die Solidarität der anderen Vereinsmitglieder. Jedem Helfer mit 1,90 Meter Größe oder darüber raten sie jedoch: "Kopf einziehen und Hände weg vom Geländer" " dann sei jeder wirklich eine Hilfe. - oeb
Freitag, 03. Februar 2006 |