Mai- und Geschichtsbaum

 

Alles neu macht der Mai

Mai 2002  -  Geschichtsbaum erstmals in der Niestadt. 

Besser kann’s doch eigentlich gar nicht zusammenpassen. Schon die alten Römer pflanzten Bäume, um der Wachstumsgöttin Maia zu huldigen. Und der Dichter Hermann Adam von Kamp wusste bereits 1829: "Alles neu macht der Mai". Der Beginn eines Liedes, den Heimatvereinsvorsitzender  Bernhard Kock gestern Abend vor sich hin geträllert haben mag. Denn mit dem Maianfang machte auch der Heimatverein einen Neuanfang: Zum ersten Mal steht der Maibaum nicht an der historischen Wassermühle, sondern in der Niestadt.  "Besonders beim ersten Mal bin ich für die Unterstützung aller Firmen dankbar", sagt Kock. Ohne die Geschäftsleute würde der Maibaum – in Nienborg  wegen der an ihm baumelnden, mit Motiven gestalteten Holztafeln zur Geschichte des Ortes auch Geschichtsbaum genannt – heute nämlich vielleicht gar nicht in der Niestadt stehen. Baugenehmigung beim Kreis Borken einholen, statische Berechnung anstellen, Stahlhalterung schweißen und einbetonieren, Baum aufstellen: Zu tun hatte der mit der Organisation betraute Heimatverein reichlich in den vergangenen Wochen. "Dafür haben wir jetzt Sicherheit in alle Richtungen", sagt Herr Kock. Das Szenario, dass der Maibaum einem der Anwohner aufs Haus fällt, will sich schließlich niemand auch nur in seinen dunkelsten Träumen vorstellen. Sieht man die mächtige Stahlhalterung und den selbst am oberen Ende noch armdicken Durchmesser des Maibaumes, erscheint das auch mehr als unwahrscheinlich.

Vor fünf Jahren hatte der so genannte Fahnenclub als Untergruppe des Heimatvereins den ersten Maibaum an der historischen Wassermühle unweit der Niestadt aufgestellt. Jetzt hat der Heimatverein diese Aufgabe unternommen – und könnte mit der geselligen Feier mit Bier und Würstchen, Plausch und Liedern vom Musikverein den Startschuss für das ehrgeizige Projekt "Neuer Dorfplatz Niestadt" geben. Der Angelsportverein (ASV)  "Nienborg  Dinkel" will dort sein neues Vereinsheim bauen, der Allgemeine Bürgerschützenverein den Bau einer gemeinsamen Toilettenanlage unterstützen, die zu bestimmten Feiern – Schützenfest und Clemensmarkt zum Beispiel – für die Besucher geöffnet wird. So soll die Niestadt zu einem Kristallisationspunkt gesellschaftlichen Lebens im Ort werden; zu einem Treffpunkt für Jung und Alt.

Seit 2004 wird das Schmücken des Mai- und Geschichtsbaumes am 30. April zusammen mit dem Sportclub Rot-Weiss Nienborg e.V. durchgeführt. Traditionsgemäß beginnt der Sportclub am Nachmittag mit dem „Gang in den Mai“.  Ziel ist der Mai- und Geschichtsbaum in der Niestadt.

Im April 2008 wurde eine Infotafel über die 18 Motive aufgestellt.  Die Tafel zeigt die einzelnen Schilder in Miniaturformat und gibt dazu die notwendigen Erläuterungen

 

Zeitungsberichte:

 

02.05.2002: Maibaum steht in der Niestadt
03.09.2002: Fehlende Holztafeln erregt die Gemüter
30.04.2003: Neue Motivtafeln schmücken den Maibaum
19.04.2008: Tafeln erläutern Geschichtsbaum