Tor und Taze zieren Wappen
Um auf die geschichtliche Bedeutung des Ortes Nienborg hinzuweisen, hat der Heimatverein Nienborg an den alten Grenzen von Nienborg oder, wie es in historischen Quellen heißt, des "Schlosses und der Freiheit Nienborg" neue Schilder, die den gleichnamigen Titel tragen, aufgestellt. Diese gespaltenen Wappenschilder zeigen in der einen Hälfte die Wappen der ehemaligen Burgmannschaft des "Schlosses Nienborg" und der früheren Stadt Nienborg. Das Wappen der Burg Nienborg mit dem sich aus einer Burgmauer emporhebenden Torturm ist eine Nachbildung des seit der Mitte des 13. Jahrhundert nachweisbaren Burgmannssiegels. 1937 wurde es zum Wappen der Gemeinde Nienborg gewählt. 1969 ebenfalls zum Bestandteil des Wappens der neuen Gemeinde Heek. Als Farben wurde die münsterischen Landesfarben gewählt. Das Wappen der ehemaligen Stadt Nienborg ist ebenfalls dem seit 1668 nachweisbaren Stadtsiegel entlehnt. Es zeigt eine Wolfstatze. Die Bedeutung dieses Symbols ist nicht ganz klar. Wahrscheinlich steht es für ein wichtiges Handwerkszeug der Tuchmacher, den sogenannten Wolf, der zum Auflockern und Reinigen der Wolle benötigt wurde. Bedenkt man, dass in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts, der Zeit der Entstehung des Siegels, über zwei Drittel der Nienborger Bevölkerung in irgendeiner Weise von der Tuchherstellung lebte und sich die Tuchmacher gerade zu einer Tuchmacherzunft zusammengeschlossen hatten, erscheint dies plausibel. Ein Bezug zur Gegenwart ergibt sich nicht nur, weil die Textilherstellung in Nienborg noch immer einen wichtigen Erwerbszweig darstellt, wie der Heimatverein betont. Die Wolfstatze symbolisiere gleichzeitig die vermeintliche Stärke und Kraft der sich dieses Zeichens bedienenden Institutionen: Grund genug für den Allgemeinen Bürgerschützenverein Nienborg, neben dem Wappen der Nienborger Burgmannschaft auch die Wolfstatze in seine neuen Fahne mit aufzunehmen. -
Donnerstag, 10. Januar 2002 Quelle: Münsterland Zeitung