Pfingstfahrt 2002 (geschr. von Maria Wigger)
Ihre Eindrücke von der Pfingstreise des Heimatvereins Nienborg gab
Vorstandsmitglied Maria Wigger mit folgendem Beitrag wieder:
An den Bodensee führte die diesjährige Reise des Heimatvereins Nienborg.
Am Freitagmorgen um 5 Uhr startete die Reisegruppe des Heimatvereins
mit dem Reiseunternehmen Zumdieck in Richtung Bodensee. Nachmittags
erreichte man die Stadt Ulm. Dort führte eine sachkundige Führerin
um und in das weltbekannte Ulmer Münster. Das Ulmer Münster ist eine
sogenannte Leute-Kirche; Gründung, Bau und Kosten sind von den
Bürgern ausgegangen und von ihnen getragen worden, und nicht - wie
früher üblich - von Konfessionen, den Bischöfen und Kirchenfürsten.
Das Ulmer Münster ist die größte evangelische Kirche der Welt; es
hat mit 161,53 Metern den höchsten Kirchturm der Welt. Im
Kircheninneren konnte man über die gigantische Höhe des
Mittelschiffes staunen und dessen räumliche Ausdehnungen. Gegen
Abend erreichte die Gruppe das Hotel Höri in Hemmenhofen auf der
Halbinsel Höri, umschlossen von Zellersee und Untersee. Nach
erholsamer Nacht ging es am Samstag morgen mit der Reiseführerin,
Frau Selk, in Richtung Stein am Rhein auf Schweizer Seite über
schönste Uferstraßen durch ehemalige Fischerdörfer an Schlössern,
Burgen und Klöstern entlang bis Romanshorn. Eine Fähre erwartete die
Gäste und setzte über zur 14 Kilometer entfernten Stadt
Friedrichshafen. Der Fährhafen liegt unmittelbar am Zeppelinmuseum,
welches dann auch besucht wurde. Hier wurde den Besuchern
eindrucksvoll die Pionierarbeit des Grafen Zeppelin für lenkbare
Luftfahrzeuge, welche nicht nur für zivile Zwecke genutzt, sondern
überwiegend auch militärisch eingesetzt wurden, vorgestellt.
Historisches Filmmaterial, Motoren, die ihre volle Leistung nur in
großen Höhen entwickeln konnten, Antriebe und auch originale Teile
von der Hindenburg (LZ129) die bei der Brandkatastrophe im Mai 1937
nahe Lakehurst (New Jersey) vernichtet wurde, kann man hier
besichtigen. Durch die Gründung der Aktiengesellschaft zur Förderung
der Luftschifffahrt unter der Leitung des Grafen Zeppelin machte
auch die allgemeine technische Entwicklung ungeahnte Fortschritte.
Anschließend brachte die Fähre die Nienborger Reisegruppe wieder
zurück bis Romanshorn. Am späten Nachmittag erreichte man die Stadt
Schaffhausen, bekannt durch den weltberühmten Rheinfall. Besichtigt
wurde noch die Altstadt Schaffhausens, die Stadtfestung Munot,
erbaut von Albrecht Dürer und der Kreuzgang Allerheiligen mit der
berühmten Schillerglocke. Pfingstsonntag ging die Fahrt zur
Bodenseeinsel Mainau mit ihren schönen Gartenanlagen, dem
Schmetterlingshaus und der Schlosskapelle. Eine Fähre brachte die
Gäste anschließend nach Meersburg. Ein Rundgang in der Burg führte
an die letzte Wirkungsstätte von Annette von Droste-Hülshoff, ihr
Sterbebett und ihre Grabstätte. Anschließend stand ein Rundgang im
neuen Schloss mit dem Dornier-Museum an. Nach kurzem Verweilen in
der Altstadt erfolgte die Weiterfahrt nach Unter-Uhldingen. Hier
konnte man die Rekonstruktionen der Pfahlbauten begehen und erahnen,
wie die ersten Siedler am Bodensee gelebt haben. Diese Häuser sind
dem Nienborger Pfostenhaus ähnlich. Auf der Rückfahrt zum Hotel
besichtigte man noch das Zisterzienser Kloster in Salem. Heute
beherbergt die riesige Klosteranlage das weltbekannte gleichnamige
Internat. Pfingstmontag nahm man Abschied von der Höri.
Die Rückreise führte über Mainz. Nach der Mittagspause erläuterte
eine Stadtführerin den Mainzer Dom und führte anschließend durch
verwinkelte Gassen der im 2. Weltkrieg zum Teil erhaltenen Altstadt.
Mit schönen Erlebnissen, Souvenirs, Eindrücken und Erfahrungen im
Gepäck bestiegen die Reisenden wieder den Bus. Unterwegs sorgte
Unterhaltung mit Gesang, Geschichten und Döhnekes für gute Laune.
(Nienborg, im Juni 2002, Maria Wigger)
